Anka_Jaehne_Werbeanker_Portrait

Im Portrait: Anka Jähne – Käpt’in der Werbeagentur „Werbeanker“

Anka ist 33 Jahre, von Sternzeichen Fische, verheiratet, seit über 3 Jahren selbstständig, liebt die See und das Meer, Technik, Autos, Motorräder, die Sonne und das Leben zu genießen. Ihr Lebensmotto trägt sie im Herzen und über die Meere: Work like a captain, play like a pirate!. Ihr größtes Hobby? Ihr Job! Im Portrait erzählt sie von stürmischen Seen, unentdeckten Meeren und zufälligen Wellen, auf denen sie geritten ist und immer wieder entdeckt.

Liebe Anka, du warst bereits 10 Jahre in der Werbebranche tätig, als du dich 2015 mit deiner Werbeagentur „Werbeanker“ selbstständig gemacht hast. Erzähle uns doch mal ein bisschen: Was ist für dich das Spannende an der Werbebranche und wie kam es dazu, dass du dich selbstständig gemacht hast?

Ich liebe die Werbebranche, weil sie so wahnsinnig vielfältig ist. Es gibt so viele unterschiedliche Bereiche und man hat mit sehr vielen spannenden Menschen aus den unterschiedlichsten Branchen zu tun. Ich liebe es etwas zu erschaffen, was man sieht und was Anderen hilft erfolgreich zu sein. Man muss planen, kalkulieren, analysieren und kann kreativ sein. Das ist einfach genau mein Ding.

Ins Berufsleben gestartet bin ich in einem kleineren Werbetechnikbetrieb, dort habe ich insgesamt 6 Jahre ganz viel gelernt – für den Job und für’s Leben. Danach habe ich in zwei Betrieben noch weitere Berufserfahrung gesammelt und mich nebenberuflich selbstständig gemacht. Als ich an dem Punkt war zu überlegen wie es weitergeht, war für mich klar, dass ich es versuchen muss. Entweder es wird gut, oder eine Erfahrung.

Mein Mann hat mich dabei super unterstützt und auch meine Familie und Freunde standen sofort hinter mir und der Entscheidung.
Und es war genau richtig!

Sag mal, wie bist du auf deinen Firmennamen „Werbeanker“ gekommen?

Das war tatsächlich eher unüberlegt. Aus dem Wortspiel von meinem Namen Anka zu verankern, über Werbe-Anka zu Werbeanker. Erst im Nachhinein habe ich erst gemerkt wie gut sich der Name verankert und dann ist das ganze Storytelling drum herum gewachsen.

Was genau bietest du an? Mit was kannst du uns selbstständigen Frauen helfen?

Werbung. Wir verankern den Namen unserer Kunden in den Köpfen der (potentiellen) Kunden und bringen Unternehmen auf Kurs. Beginnend von der Beratung, über Konzept- und Logoerstellung bis hin zur Gestaltung von Printprodukten, Werbetechnik und Webdesign. Ich sage immer das „Rund-um-Sorglos-Komplettpaket“.

Unsere Zielgruppe sind kleine und mittelständische Unternehmen.

Anka_Jaehne_Werbeanker_Portrait
Foto: Anne-Sophie Fotografie, 2016

Heute bist du Käpt’in deiner dreiköpfigen Piratenbande. Wie kam es dazu, dass du Mitarbeiter eingestellt hast? War das ein großer Schritt für dich? Oder ganz selbstverständlich?

Das war gar nicht selbstverständlich für mich. Es ist schon eine große Verantwortung. Aber ich bin als „One-Women-Show“ irgendwann an meine Grenzen gestoßen: Du machst alles allein von der Kommunikation mit dem Kunden, den Vertrieb, das ganze Administrative… Da kommt einiges zusammen und „ganz nebenbei“ musst du dann auch noch kreativ sein und gute Idee produzieren.

Mal abgesehen von der Arbeitserleichterung, wenn man mal was abgegeben kann (was man allerdings auch lernen muss), ist es super, jemanden zu haben, mit dem man sich austauschen kann. Manchmal entsteht in einer kleinen Kommunikation schon eine große Idee, auf die man alleine nicht gekommen wäre.

Aber es ist auch eine Herausforderung, jemanden zu finden, mit dem man gut zusammenarbeiten kann, es muss ja nicht nur fachlich, sondern auch menschlich passen. Das ist ein bisschen wie die Partnersuche.

Wie organisierst du dich und dein Business? Hast du einen straffen Zeitplan, arbeitest du mehr nach „Lust und Laune“? Welche Tools nutzt du?

Einen straffen Zeitplan habe ich nicht, im Großen und Ganzen genieße ich den Luxus mir meine Zeit frei einteilen zu können, so lange ich die Deadlines der Kunden und Projekte einhalte. Eine genaue Zeitplanung ist tatsächlich auch sehr schwierig, weil dann eh immer was dazwischenkommt. Für manche Aufträge muss ich auch einfach „in Stimmung“ sein, da kann ich keine Ergebnisse erzwingen, die bleiben dann manchmal so lange liegen, bis ihr Tag gekommen ist. Kreativität ist einfach nicht auf Knopfdruck abrufbar.

Also ist die Arbeitsweise wohl eher nach „Lust und Laune“, wo ich finde das klingt so unzuverlässig – das ist es aber nicht, wenn ich Zusagen mache, dann halte ich die auch ein und generell werden Projekte nie auf die lange Bank geschoben.

Grundsätzlich arbeite ich mit To-Do Listen und für die Organisation der Aufträge nutze ich Trello. Ich versuche ständig so viel wie möglich papierlos zu lösen, aber irgendwie erwische ich mich dann ziemlich oft dabei, dass ich mir meine To-Dos noch mal handschriftlich notieren muss.

Meistens starte ich morgens mit einer To-Do für den Tag, dabei gucke ich was wirklich wichtig an diesem Tag ist und was gut noch zu schaffen wäre, was dann liegen bleibt kommt am nächsten Tag auf die To-Do. Das funktioniert für mich sehr gut.

Wo und wann kommen dir die besten Ideen für dein Business und deine Projekte?

Das ist ganz unterschiedlich, da gibt es leider kein Geheimrezept: Ich tue X und dann kommt mir eine gute Idee. Hast Du schon mal versucht einen Fisch in einem großen Aquarium einzufangen? Je ungeduldiger du den Fisch unbedingt jetzt schnell fangen willst, desto schneller und flinker ist er weggeschwommen und treibt dich in den Wahnsinn.

Mit etwas Abstand und Ruhe kommen deutlich bessere Ideen. An dem ausgelutschten Spruch „in der Ruhe liegt die Kraft“ steckt tatsächlich sehr viel Wahrheit.

Anka_Jaehne_Werbeanker_Portrait
Foto: Nino Milizia, regionalheute.de, Medien für die Region GmbH, 2018

Es gibt ja immer mal wieder schwierige Kunden, die nicht so richtig wissen, was sie wollen. Wie gehst du damit um? Hast du ein Geheimrezept?

Oh ja, … mir ist ein persönliches Gespräch mit den Kunden sehr wichtig, in dem ich versuche gezielte Fragen zu stellen. Kunden, die nicht wissen was sie wollen, wissen oft auch gar nicht wo genau sie stehen, was sie ausmacht, was ihr Kern und ihr „warum“ ist. Aber wenn ich selbst nicht weiß wer ich bin, wie soll es die Welt da draußen verstehen? Da eine Hilfestellung zu geben, hilft meistens beiden Seiten.

Generell hilft es auch immer wirklich gut zuhören. Man muss sein Gegenüber verstehen, und ein bisschen zwischen den Zeilen lesen.

Und wenn alles nichts hilft: „ran tasten“ … ich nenne es eine “Meckergrundlage“ erstellen – eine erste Idee, an der man dann festmachen kann, was gefällt und was nicht.

Was denkst du, macht deinen Erfolg aus? Was macht dein Business besonders?

LEIDENSCHAFT! Ich liebe einfach unheimlich, was ich da jeden Tag tue, meine Arbeit ist irgendwie auch mein größtes Hobby. Dazu Authentizität: das Storytelling was ich um meine Agentur aufgebaut habe ist keine Verkleidung, in die ich mich jeden Tag neu zwängen muss, sondern das bin ich. Ich stehe vollkommen hinter dem was wir sind und tun.

Und Ehrlichkeit – es geht mir nicht darum den Kunden das innovativste Produkt aufzuschwatzen, sondern ihm mit den Produkten, die er wirklich braucht, zu helfen.

Was ist aus deiner Sicht der häufigste Fehler, den Gründerinnen und Selbstständige mit ihrem Werbeauftritt machen?

Viele unterschätzen den Punkt Werbung am Anfang oder sparen genau an dieser Stelle am Anfang um das Anfangsbudget möglichst klein zu halten. Dabei ist es wichtig gerade beim Start professionell und gut aufgestellt raus zu gehen. Die Werbemaßnahmen sollten immer gleich mit in Startkapital einkalkuliert werden. Klar, kann man das auch selbst machen, … oder vom Nachbarn des Cousins dessen Schwester, die schon mal ein Buch darüber gelesen hat, die kann das auch machen… ABER … es geht oft um Existenzen, die sollte man einfach in die richtigen Hände legen.

Der zweite Fehler, den viele machen ist, (wie bereits erwähnt) dass sie nicht wissen wer sie sind, wo sie hinwollen, und wer eigentlich die Zielgruppe ist.

Anka_Jaehne_Werbeanker_Portrait
Foto: Anne-Sophie Fotografie, 2016

Wenn du auf deine Selbstständigkeit zurück schaust: Was würdest du heute anders machen?

Es gibt sicherlich einige Dinge, die man hätte besser machen können, aber ich habe in allen Bereichen meines Lebens die Einstellung, dass ich alles immer genau so wieder machen würde, weil genau das der Grund ist, warum ich heute da bin wo ich bin. An Sachen, die nicht gut laufen, lernt und wächst man und wer immer alles (vermeidlich) richtig macht, woran kann der wachsen? Ich würde also alles genau so wieder machen,…

Was machst du, um abzuschalten und den Kopf frei zu bekommen?

Am allerbesten kann ich abschalten, wenn man mich ans Wasser setzt. Der Blick auf ein Gewässer wirkt bei mir Wunder.

Ein paar Mal im Jahr fahren mein Mann und ich für ein Wochenende an die mecklenburgische Seenplatte, dort haben wir einen Ort für uns entdeckt an dem ein Wochenende so entspannend ist wie mindestens eine Woche Urlaub. Da wir beide selbstständig sind, versuchen wir solche Kurztrips regelmäßig einzubauen um die Akkus wieder aufzuladen.

Was bei ganz vielen hilft, hilft bei mir z.B. gar nicht: beim Laufen/ Sport kann ich z.B. echt schlecht abschalten, da mache ich eher neue Pläne und denke über Ideen nach.

Was möchtest du anderen Gründerinnen und selbstständigen Frauen gerne mit auf den Weg geben?

Einfach machen! Seid Mutig! Traut Euch was zu!

Viele Frauen haben oft das Problem, dass sie sich Dinge nicht zutrauen, sie sich verstecken und manche Dinge gar nicht erst versuchen, aus Angst sie nicht richtig zu machen! Das muss sich ändern. Frauen müssen mutiger werden. Fehler machen ist nicht schlimm, es erst gar nicht zu probieren ist viel schlimmer.

Was sind deine nächsten Ziele, die du mit deiner Selbstständigkeit und „Werbeanker“ erreichen möchtest?

Wir sind gerade im Wachstum und das soll so weitergehen. Mir ist es wichtig langsam, aber gesund zu wachsen, da sind wir mittendrin. Außerdem wollen wir uns fest am Markt etablieren.
Die Segel sind gehisst, der Kurs ist klar, der Kompass liegt bereit und die Hände sind fest am Steuerrad. So wollen wir die Meere durchkreuzen und uns auch von hohen Wellen und stürmischen Böen nicht vom Kurs abbringen lassen.


Neugierig geworden? Weitere Informatione zu Anka Jähne und ihrem Business findest du hier:

Webseite von Anka Jähne

Werbeanker auf Facebook, Instagram und Xing.

About the author
Hallo, ich bin Isabelle! Bloggerin, Unternehmerin, Mama und der kreative Kopf hinter Frau Chefin. Vor mehr als zwölf Jahren habe ich angefangen, mich intensiv mit dem Thema „Zeitmanagement“ zu beschäftigen und tüftelte daraufhin meine eigene Form der Zeitplanung aus: die Frau-Chefin-Methode. Heute unterstütze ich selbstständige Frauen dabei, ihre Zeit mit Leichtigkeit zu planen, ihre Produktivität anzukurbeln und ihren Alltag so zu strukturieren, dass sie ihre Zeit optimal nutzen können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.