Brigitte Academy Brigitte Symposium

Im Portrait: Anna van Koetsveld – Leiterin der „BRIGITTE Academy“

Anna ist 30 Jahre, lebt in Hamburg und ist Liebhaberin von Sport, Musik, Tieren und gutem Essen. Nach ihrem Studium in International Business and Management betreute sie Projekte wie „Jugend forscht“, den „Deutschen Gründerpreis“ und den renommierten „Henri Nannen Preis“. Seit 2015 arbeitet sie in der Verlagsgruppe „Women“ bei Gruner + Jahr und durfte neben vielen tollen BRIGITTE-Themen auch BARBARA launchen. 2017 hat sie die BRIGITTE Academy gegründet und baut seitdem eine neue Marke innerhalb der größten und ältesten Frauenmedienmarke BRIGITTE auf.

Anna, was hat dich in deinem Berufsleben besonders vorangebracht und wer hat dich beeinflusst?

Ich hatte das Glück, immer mit tollen Kolleginnen & Kollegen und für spannende Marken zu arbeiten. Dabei durfte ich immer neue Perspektiven einnehmen, was einen natürlich enorm voranbringt, da man nicht auf der Stelle tritt und immer wieder Neues lernt. Immer, wenn ich dachte: „jetzt sitzt du fest im Sattel“, kam eine neue Aufgabe und ich habe wieder von vorne angefangen. Somit musste ich immer wieder raus aus der Komfortzone.

Dabei besonders beeinflusst hat mich meine Chefin Iliane: sie ist nicht nur ein enorm wichtiger Sparring-Partner für mich; sie gibt mir auch die Freiräume, die ich brauche, um mich und die Academy weiter zu entwickeln und gestalten. Zugleich kann ich viel von ihr lernen – denn ihre Art und Wissen inspirieren mich sehr. Es ist enorm wichtig, dass man Role Models für seine eigene Karriere hat!

Seit 2017 leitest du die BRIGITTE Academy, eine Anlaufstelle zur Weiterbildung, die Frauen ermutigt und unterstützt, ihren eigenen Weg zu gehen. In Form des BRIGITTE Symposiums wird die Möglichkeit geboten, zu netzwerken. Erzähle uns doch mal ein bisschen, wie die Idee zum Symposium entstand und was das Besondere daran ist.

Bei der BRIGITTE wissen wir sehr genau um die Bedürfnisse der Frauen in Deutschland. In den letzten zwei Jahren haben wir gespürt, dass sich etwas ändert: Frauen stehen am Wendepunkt, sie wollen aktiv etwas ändern, sich weiterentwickeln und –bilden. Das wissen wir aus Studien, die wir bei der BRIGITTE von Zeit zu Zeit immer mal wieder machen, aber auch von Leserbriefen und Mails, die wir von unseren Leserinnen bekommen.

Aus diesem Grund haben wir die Academy gegründet: um auf die Bedürfnisse der Frauen noch expliziter einzugehen und den Fokus auf persönliche und berufliche Weiterentwicklung zu setzen – auch, wenn diese Themen schon seit jeher fester Bestandteil der BRIGITTE sind. Mit der Academy geben wir diesen Bereichen einen noch gezielteren Fokus.

Brigitte Academy Brigitte Symposium
Brigitte Academy Symposium.

Bereits vier Symposien hast du organisiert, das fünfte folgt am 27. September 2018 in Essen unter dem Titel „Mein Leben, mein Job und ich“. Was erwartet uns dort?

Die rund 1000 Besucherinnen erwartet ein vielfältiges Programm mit über 60 namhaften Speakern, rund um die Themen: New Work, Karriere, Kommunikation, Selbstmanagement, Finanzen und Working Moms
In verschiedenen Vorträgen, Workshops, Coachings und Meet-Ups können sich die Besucherinnen informieren, austauschen und inspirieren lassen.

Unter anderem wird es ein Meet-Up mit der „Juramama“ Nina Straßner geben, rund um das Thema Arbeitsmodelle 2.0, einen Vortrag von Helma Sick (Finanzexpertin) zum Thema „Geld und Glück fallen nicht vom Himmel“ und weitere vielfältige Vorträge, Meet-Ups und Classes, unter anderem mit Richard David Precht (Philosoph) , Ildikó von Kürthy (Autorin) und Tijen Onaran (Unternehmerin).

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BRIGITTE-Job-Symposium 2017 in Berlin. (Foto: Franziska Krug/Getty Images for BRIGITTE)

Im letzten Jahr wurde im Rahmen der BRIGITTE Academy eine Studie durchgeführt, die die Fragen beantwortet, was sich Frauen von heute sowohl beruflich als auch privat im Leben vorstellen und wünschen. Dabei ist u.a. herausgekommen, dass Frauen nicht nur die gleichen Karrierewünsche wie Männer haben, sondern auch, dass ihnen finanzielle Unabhängigkeit sehr wichtig ist und Frauen unter stärkerem Druck stehen, alles unter einen Hut zu bekommen. Was müsste sich deiner Meinung nach ändern, um langfristig eine Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau zu erreichen – und damit auch mehr Zufriedenheit?

Das Problem kann nur behoben werden, wenn wir zusammen nach einer Lösung suchen, also Frauen und Männer. Und hierbei sind ebenfalls Politik und Wirtschaft gefragt: insbesondere beim Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ scheint sich laut der Studie nahezu nichts verändert zu haben, einige der Befragten sagten sogar aus, es habe sich gar verschlechtert.

Hier gilt es natürlich seitens der Politik für mehr qualifizierte Betreuungsplätze zu sorgen – und zwar solche, die sich an die heutigen Arbeitszeiten anpassen – und seitens der Unternehmen, flexiblere Arbeitsmodelle zu ermöglichen. Dann haben auch Frauen bessere Möglichkeiten, ihrem Job nachzugehen, können vielleicht sogar schneller Stunden aufstocken und würden somit mehr Geld verdienen, denn, was die Studie auch gezeigt hat: Frauen verdienen zu wenig! Daran muss sich etwas ändern!

Ein weiteres Ergebnis eurer Studie war, dass jede Dritte Frau ihre Ausbildung und jede vierte ihre Berufswahl bereut. Hast du berufliche Richtungsänderungen vorgenommen? Und würdest du heute auch wieder International Business Management studieren?

Dass ich damals International Business and Management studiert habe, war mehr oder minder eine spontane Entscheidung. Eigentlich wollte ich immer Ärztin werden – aber der Bio-Leistungskurs in der Oberstufe hat mir trotz tollen Lehrers gezeigt: das lässt du mal besser bleiben. Und somit dachte ich, es könne nicht schaden, etwas mit BWL und mit einer internationalen Ausrichtung zu studieren. Und rückblickend war das genau die richtige Entscheidung!

Brigitte Academy Brigitte Symposium
Teilnehmerinnen des Brigitte-Symposiums beim Austausch.

Immer mehr Frauen möchten beides: sowohl Karriere als auch Kinder. Da viele Frauen mehr Möglichkeiten zur Vereinbarkeit in einer Selbstständigkeit sehen, gehen sie diesen Weg. Was ist deine Meinung dazu? Meinst du, dass es in einer Festanstellung die selben Möglichkeiten gibt?

Ich glaube nicht, dass der ein oder andere Weg besser ist, um Karriere und Kinder unter einen Hut zu bekommen. Wenn man selbstständig ist, kann man seinen Arbeitstag sicher flexibler gestalten, denn es gibt keinen Vorgesetzen, der dir vorschreibt, wann du zu kommen und wann zu gehen hast. Dennoch erfordert eine Selbstständigkeit ein enormes Maß an Disziplin und Durchhaltevermögen. Hut ab vor allen Frauen, die Kinder haben und einen Job in der Selbständigkeit ausführen. Denn hier ist es meist nicht möglich, Teilzeit zu arbeiten, zumindest nicht, wenn man sich dazu entschließt, zu gründen und ganz am Anfang steht.

Letztendlich kommt es aber, wie immer, auch auf die Persönlichkeit und die Umgebung an. Es gibt tolle Unternehmen, die flexible Modelle für Mütter mit (kleinen) Kindern und Wiedereinsteigerinnen anbieten. Dass wissen wir, weil wir kürzlich eine Studie umgesetzt und die „Besten Arbeitgeber für Frauen“ gesucht haben. Die Ergebnisse werden Ende September auf unserem Symposium und auch im BRIGITTE-Heft vorgestellt.

Wie ist das in deiner Situation: Wenn du Kinder hättest, wie würde sich die Vereinbarkeit in deiner beruflichen Situation leben? Wärst du auf Fremdbetreuung angewiesen? Gäbe es für deine Arbeitszeiten überhaupt Betreuungsmöglichkeiten? Wie würde deine Lösung aussehen?

Ich habe das Glück, einen Mann zu haben, der in der Selbstständigkeit arbeitet. Unsere Arbeitszeiten sind etwas antizyklisch – daher wäre eine Betreuung über Tag kein Problem für ihn. Zudem gibt es bei der BRIGITTE wirklich jedes Modell, das man sich vorstellen kann, immerhin arbeiten hier nahezu 100% Frauen.

Ich weiß nicht, wie lange ich im Job aussetzen würde, aber wenn man mich jetzt fragt, so würde ich nicht all zu lange raus sein wollen, da mir mein Job enormen Spaß macht. Ganz ohne Fremdbetreuung ginge es sicher nicht und da die Familie nicht in Hamburg wohnt, stellt sich die Frage: wie könnte eine solche Betreuung aussehen?

Laut eurer Studie ist jede zweite Frau unzufrieden mit der Höhe ihres Gehaltes. Auch bei Selbstständigen ist dieses Problem ein Dauerbrenner. Hast du in deinem Berufsleben schon öfter das Gefühl gehabt, schlechter bezahlt zu werden als ein Mann in der selben Position? Wie zufrieden bist du mit deinem Gehalt?

Einen genauen Vergleich habe ich nicht, dass Männer in gleicher Position mehr verdient haben als ich. Dennoch habe ich das Gefühl, dass man als Frau immer mehr um Gehalt und Erhöhungen kämpfen muss und das ärgert mich. Zum Glück kann ich ganz gut kämpfen!

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BRIGITTE Job Symposium 2017 in Hamburg. (Foto: Franziska Krug/Getty Images for BRIGITTE)

Wie organisierst du dich? Hast du einen straffen Zeitplan, arbeitest du mehr nach Notwendigkeit, oder sogar nach Lust und Laune? Welche Tools nutzt du?

Mein Zeitplan ist sehr straff und oftmals jagt ein Termin den anderen. Daher versuche ich mir regelmäßig Blöcke einzubauen, in denen ich Mails abarbeite oder Konzepte finalisiere. Man muss sich immer mal wieder bewusst rausziehen, nur so bleibt man kreativ und effizient. Mir hilft es oftmals schon, mal den Arbeitsplatz zu wechseln.

Da ich mit vielen Kollegen und Abteilungen zusammenarbeite und verschiedene Projekte gleichzeitig managen muss, haben wir eine agile Wand bei uns im Team eingeführt. Hier kommen wir zusammen und sprechen über aktuell Anstehendes und tauschen uns aus. Das ist super, denn es ist kommunikativ und sorgt für Struktur und Transparenz.

Wo und wann kommen dir die besten Ideen für deine Projekte?

Der Austausch mit der BRIGITTE-Redaktion inspiriert mich immer sehr, denn die Kolleginnen treffen auf tolle Frauen und Themen, die auch für die Academy interessant sind. Daraus stricke ich dann meist eine Idee. Aber ebenfalls hilft es mir, mich außerhalb des Verlags mit anderen auszutauschen. Ich finde es wichtig, neugierig zu sein und Neues kennen zu lernen. Und tatsächlich kommen mir die meisten Ideen morgens beim Joggen – offensichtlich bekommt mir die frische Luft gut.


Neugierig geworden? Weitere Informationen zum BRIGITTE Symposium findest du hier:

Webseite des BRIGITTE Academy Symposiums

Das BRIGITTE Academy Symposium bei FacebookInstagram und Xing.

Fotos: Franziska Krug und Markus Püttmann (Portraitfotos)


Du möchtest gerne am BRIGITTE Academy Symposium am 27. September 2018 in Essen teilnehmen? Dann gib‘ bei deiner Buchung einfach den Rabattcode „Che20“ an und du bekommst 20% Rabatt auf den Ticketpreis 🙂

About the author
Hallo, ich bin Isabelle! Bloggerin, Unternehmerin, Mama und der kreative Kopf hinter Frau Chefin. Vor mehr als zwölf Jahren habe ich angefangen, mich intensiv mit dem Thema „Zeitmanagement“ zu beschäftigen und tüftelte daraufhin meine eigene Form der Zeitplanung aus: die Frau-Chefin-Methode. Heute unterstütze ich selbstständige Frauen dabei, ihre Zeit mit Leichtigkeit zu planen, ihre Produktivität anzukurbeln und ihren Alltag so zu strukturieren, dass sie ihre Zeit optimal nutzen können.

1 Kommentar

  1. Ich finde es super, dass Frauen mittlerweile fast problemlos Karriere machen können. Anna van Koetsveld ist ein sehr gutes Beispiel für eine erfolgreiche Frau. Zudem ist sie auch menschlich sehr sympathisch, wie ich vor wenigen Monaten selbst erleben durfte.

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