endlich machen

Der wichtigste Grund, warum dein Schweinehund immer wieder gewinnt

Immer wieder passiert es uns – wir haben uns viel vorgenommen un dann klopft der innere Schweinehund an die Tür und bleibt. Die Joggingrunde am Morgen ist schnell vergessen und das Business auch. Als Selbstständige hat man keinen Chef, der auf einen wartet. Wir sind unser eigener Chef und das ist mal verdammt genial. Gäbe es da nicht diese eine Sache…

Auszeiten sind gut.

Nur, wenn die Auszeit nicht in Form eines Urlaubs oder einer bewussten täglichen Stunde oder ähnliches gleicht, dann wird es schlecht.

Wenn der Schweinehund vor der Tür steht und dich immer wieder komplett aus dem Tritt bringt, du eigentlich wichtige Dinge auf die lange Bank schiebst, weil „kein Bock heute“, dann wird es irgendwann gefährlich. Nicht nur für dich, sondern auch für dein Business.

Ich erlaube mir, auszuschlafen.

Ein Luxus, den ich mir als Selbstständige so oft gönne, wie es geht. Termine vereinbare ich nur in seltenen Fällen vor 10 Uhr und im Allgemeinen bin ich nunmal auch nicht vor 9 Uhr produktiv. Warum sollte ich dann schon um 7 Uhr aufstehen?

Eine gute Frage. Und auch eine, die ich mir immer wieder stelle, wenn ich mir mal vorgenommen habe, um sieben Uhr aufzustehen. Abends denke ich dann noch, das sei eine gute Zeit. Nicht zu früh und auch nicht zu spät. Man hat noch etwas vom Tag und hatte genug von der Nacht. Aber morgens… Da bin ich dann oft ganz anderer Meinung. Als Chefin darf man auch seine Meinung ändern, das gehört quasi zum Beruf „Chef“ dazu. Zumindest rede ich mir das immer dann ein, wenn ich nicht aus dem Bett komme.

Manchmal passiert es, dass ich dem Schweinehund nachgebe und alle neun Minuten die Schlummertaste meines Smartphones drücke, nebenbei schonmal checke, was über Nacht so bei Facebook, Twitter und Co passiert ist. So geht der Morgen stramm auf die zehn zu. Obwohl um halb elf bereits mein Rücken vom Liegen weh tut, tue ich genau das, worauf ich Lust habe – nämlich liegenbleiben.

Der Schweinehund hat gewonnen.

Um kurz nach elf, wenn mir gewöhnlich der Magen bereits in den Kniekehlen hängt, quäle ich mich langsam aus meinem warmen Nest. Erstmal eine Tasse Tee und ein Marmeladenbrot to Go und ab an den Schreibtisch. Dort checke ich erstmal Twitter. Es ist schließlich bereits eine Viertelstunde vergangen, was bei diesem Kurznachrichtendienst eine Ewigkeit ist.

Ja, es gibt diese Tage wirklich. Und ja, als ich noch nicht Mama war, kamen sie öfter vor. Um ehrlich zu sein, damals kämpfte ich ziemlich oft eine riesengroße Schlacht gegen meinen Schweinehund.

Heute sieht mein Tag zwar anders aus, aber auch da besucht mich immer mal wieder der Schweinehund und bringt meine Tagesplanung ordentlich durcheinander. Auch ich habe einfach mal keinen Bock X oder Y zu machen und würde am Liebsten auf der Couch liegen, oder mein Business vergessen.

Ab und zu – aber immer bewusst – darf der Schweinehund dann bleiben. Meistens sitze ich dann doch irgendwann am Schreibtisch, weil seine Schwester – das schlechte Gewissen gesiegt hat.

Du kannst natürlich deinem Schweinehund nachgeben. Gäbe es da nicht dieses eine Problem:

Dass du so nie mit deinem Business auf einen grünen Zweig kommst, oder gar Erfolg haben wirst.

Du wirst nicht erfolgreich, wenn du von morgens bis abends auf dem Bett, oder Sofa rumlungerst, die neusten Serien bei Netflix anschaust, im Fünf-Minuten-Takt deine sozialen Netzwerke checkst und dir jeden Tag Tiefkühlpizza reinhaust.

Und nein, du wirst auch nicht erfolgreich, wenn du den Tag mit Lesen auf dem Balkon verbringst, dir Dokus auf 3sat anschaust, dich mit einer Freundin zum Kaffee triffst und dir jeden Tag grüne Smoothies reinziehst.

Und das weißt du. Auch dann, wenn du auf irgendwas überhaupt keinen Bock hast, auf der Couch rumlungerst und deine Aufgabenliste in die Ecke pfefferst.

Fakt ist leider: Dauerchillen ist nicht, wenn du was erreichen willst. Schweinehund hin oder her.

Ich bin mir sicher, viele haben genau dieses Bild einer Selbstständigen vor Augen, vor allem, wenn man von zuhause arbeiten kann. In Wahrheit sieht es anders aus. Ich stehe morgens mit meiner Selbstständigkeit auf und gehe abends mit ihr ins Bett. Ich bin nicht unbedingt ein Workaholic, aber wenn man keinen Chef hat, der einem am Monatsende ein schönes Sümmchen überweist, muss man selbst schauen, wo man bleibt. Und leider zahlen Twitter und Facebook nicht meine Miete – und auch nicht dieser Blog.

Ich finde, wenn man an den Tagen, an denen der Schweinehund aus seiner Höhle kriecht, in den meisten Fällen gewinnt, ist das in unserem Fall eine beachtliche Leistung. Auf die darf ich und auch du stolz sein. Ist übrigens echt ein cooles Gefühl.

Der wichtigste Grund, warum dein Schweinehund immer wieder gewinnst, ist nicht, dass du nicht diszipliniert genug bist, deine Zeitplanung nicht im Griff hast, oder einfach mal Ausspannen musst. Das sind zwar durchaus auch Gründe dafür, aber nicht dein Hauptgrund. Dein wichtigster Grund ist, dass du mit dir und deinem Business nicht im Reinen bist!

Sei es, dass du dir bei etwas mehr Erfolg erhofft hast, du an einem Punkt bist, an dem alles stagniert, oder dir alles zu viel wird. In der Regel klopft der Schweinehund dann an, wenn wir mies drauf sind, den Kopf frei bekommen müssen, oder wir uns Sorgen machen. Sprich, wenn uns etwas runterzieht. Du solltest dir also dann auf der Couch statt Netflix lieber darüber nachdenken, wo es klemmt und warum.

Mein Tipp, wenn der Schweinehund mal wieder an der Tür klopft:

Steck dir Ziele, arbeite und belohne dich, wenn du diese erreicht hast. Und geb hin und wieder deinem Schweinehund nach. Vergiss dabei aber nicht: Selbstständig sein ohne klares Konzept und Ziele funktioniert nicht und die Belohnung sollte es erst hinterher geben. Schließlich gibt es genug gute Serien, die geschaut und genug Betten, die geschlafen werden wollen.

Versteckt sich der Schweinehund im Homeoffice?

Von Zuhause aus zu arbeiten und sich ständig der Gefahr hinzugeben, durch Wäscheberge, Geschirr und Staub ablenken zu lassen, ist sicher nicht für jede die perfekte Arbeitssituation. Ich habe großen Respekt vor allen Frauen, die sich ihren Traum von der Selbstständigkeit in einem Homeoffice erfüllen. Und sich dabei nicht vom plärrenden Schweinehund ablenken lassen.

Ich genieße zum Beispiel die wenigen Tage, die ich im Monat von meinem Homeoffice aus arbeiten kann. Ich setze mich bewusst der Gefahr aus, dem Schweinehund freien Lauf zu lassen – und ja, er gewinnt manchmal. Aber: Ich finde es einfach wunderbar, zum Arbeiten nicht immer aus dem Haus zu müssen.

Jede von uns muss ihren persönlichen Weg finden, aber eins ist klar: Den Schweinehund müssen wir alle hin und wieder überwinden. Also: Vollgas! Bist du dabei?

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About the author
Ich bin Isabelle, Rosenkohlaussortiererin, Teilzeit-Dickkopf und Vollzeit-Freiberuflerin. Sport-Fan, Handy-Vernachlässigerin und Möchtegern-Hausinhaberin. Von süßen Katzenbabys und Wurst halte ich nicht viel, dafür umso mehr von digitalen Medien und Tonpulten.

4 Kommentare

  1. Da ich eine Nachteule bin, habe ich viel produktive Zeit abends/nachts. Morgens komme ich auch nur schwer in die Gänge, dafür kann ich bis 3:00 nachts produktiv arbeiten. Von daher sehe ich das Aufstehen nicht zwangsweise als ein großes Problem.
    Serien, Hausarbeit, Klönschnack etc. sind da eine größere Verführung. Da hilft es mir, mir eine Zeit festzulegen, in der gearbeitet wird und dann aber auch eine Zeit zu haben, in der reine Freizeit gemacht wird, eben zur Belohnung.
    Und mit dem Aufstehen hilft mir, wenn ich Termine so lege, daß ich aufstehen muß (bei mir dann eher 11:00 als 9:00, aber das ist ja egal). Das kann ja auch nur ein Telefongespräch sein, aber wenn ich erstmal auf bin, lege ich mich in der Regel nur dann wieder ins Bett, wenn ich super müde bin und dann ist es wahrscheinlich auch sinnvoll 😉

  2. Da ich eine Nachteule bin, habe ich viel produktive Zeit abends/nachts. Morgens komme ich auch nur schwer in die Gänge, dafür kann ich bis 3:00 nachts produktiv arbeiten. Von daher sehe ich das Aufstehen nicht zwangsweise als ein großes Problem.
    Serien, Hausarbeit, Klönschnack etc. sind da eine größere Verführung. Da hilft es mir, mir eine Zeit festzulegen, in der gearbeitet wird und dann aber auch eine Zeit zu haben, in der reine Freizeit gemacht wird, eben zur Belohnung.
    Und mit dem Aufstehen hilft mir, wenn ich Termine so lege, daß ich aufstehen muß (bei mir dann eher 11:00 als 9:00, aber das ist ja egal). Das kann ja auch nur ein Telefongespräch sein, aber wenn ich erstmal auf bin, lege ich mich in der Regel nur dann wieder ins Bett, wenn ich super müde bin und dann ist es wahrscheinlich auch sinnvoll 😉

  3. Achja, der Schweinehund.
    Ich arbeite auch vom HomeOffice aus und meistens klappt das auch ganz gut. Heute allerdings scheint die Sonne, ich habe zu wenig geschlafen und habe Lust auf 1000 Sachen – außer denen, die ich machen müsste.
    Ich versuche mir feste Stunden einzuteilen, also z.B. 4 Stunden für einen Kunden. Wenn ich die abgearbeitet habe, dann „darf“ ich mir auch Zeit für andere Dinge nehmen. Und auf meine To Do Liste kommen immer auch schöne Dinge, bzw eigene Projekte. So kann man sich belohnen und hat gleichzeitig das Gefühl, produktiv zu sein.
    Ich liebe es aber, meine Zeit frei einteilen zu können. So kann ich die Sonne heute nutzen um am Balkon zu arbeiten, zwischendurch eine Runde spazieren zu gehen und meine Wäsche schnell trocknen zu lassen – all das wäre bei einer Festanstellung nicht möglich 🙂

  4. Achja, der Schweinehund.
    Ich arbeite auch vom HomeOffice aus und meistens klappt das auch ganz gut. Heute allerdings scheint die Sonne, ich habe zu wenig geschlafen und habe Lust auf 1000 Sachen – außer denen, die ich machen müsste.
    Ich versuche mir feste Stunden einzuteilen, also z.B. 4 Stunden für einen Kunden. Wenn ich die abgearbeitet habe, dann „darf“ ich mir auch Zeit für andere Dinge nehmen. Und auf meine To Do Liste kommen immer auch schöne Dinge, bzw eigene Projekte. So kann man sich belohnen und hat gleichzeitig das Gefühl, produktiv zu sein.
    Ich liebe es aber, meine Zeit frei einteilen zu können. So kann ich die Sonne heute nutzen um am Balkon zu arbeiten, zwischendurch eine Runde spazieren zu gehen und meine Wäsche schnell trocknen zu lassen – all das wäre bei einer Festanstellung nicht möglich 🙂

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