Marlene Frey: Inhaberin der Designagentur "Frey und Meute"

Marlene Frey: Inhaberin der Designagentur „Frey und Meute“

Marlene geht neugierig durchs Leben, ist Tierliebhaberin, Pflanzenflüstererin und weint manchmal bei Kinofilmen schon beim Vorspann. Beruflich liebt sie Herausforderungen und das Springen zwischen verschiedenen Projekten. Wenn sie sich ein Ziel in den Kopf gesetzt hat, übernehmen ihr Ehrgeiz und ihre Leidenschaft gerne das Ruder. Im Portrait erzählt sie, wie ihre Anfänge in der Selbstständigkeit ihrer Designagentur „Frey und Meute“ waren, was ihr beruflich wichtig ist und wie es ist, im Team zu gründen.

Du hast dich erst vor wenigen Monaten – im Mai 2017 – selbstständig gemacht. Erzähle uns doch ein bisschen darüber, wie es dazu kam.

Es fing alles damit an, dass ich bei einer Weiterbildung für weibliche Führungskräfte teilgenommen habe. Danach übernahm ich direkt die Teamleitung einer 10-köpfigen Abteilung. Ich habe es geliebt, gemeinsam mit meinem Team neue Ziele zu stecken, die Wege dorthin festzulegen, die Firma voran zu bringen aber dennoch aktiv in den Projekten mitzuwirken.

Da kam das erste Mal der Gedanke auf selbst eine Designagentur zu gründen. Nach zwei Jahren und einem Wechsel der Agentur wurde der Wunsch nur noch deutlicher. Nach den ersten Überlegungen und der Erstellung meines Businessplans wurde mir klar: Das funktioniert.

Was genau bietest du an? Wobei kannst du uns unterstützen?

Als Grafikdesignerin realisiere ich Projekte in den Bereichen Markenentwicklung, Grafikdesign und Webdesign. Ich helfe also Einzelpersonen, Startups, Marken und Unternehmen den nächsten Schritt nach vorne zu gehen.

Ganz egal ob eine Idee erst zum Leben erweckt, ein bestehendes Produkt verändert oder etwas ganz Neues erschaffen wird: Mit meiner 10-jährigen Erfahrung betreue ich meine Kunden ganzheitlich, quasi alles aus einer Hand. Dabei ist mir eine ehrliche und unkomplizierte Zusammenarbeit mit meinen Kunden sehr wichtig. So steht am Ende eines jeden Projekts ein zufriedenstellendes und erfolgreiches Ergebnis.

Marlene Frey: Inhaberin der Designagentur "Frey und Meute"

Privat lebst du ja sehr bewusst und achtest auf deine Umwelt. Spielt das auf deiner beruflichen Seite auch eine Rolle?

Ja klar, trennen kann ich das nicht. Meine innere Einstellung und meine Werte gelten sowohl privat als auch beruflich. Deshalb biete ich auch „Full-Service für Weltverbesserer“. Diese Bezeichnung ist für mich sehr vielfältig und lässt genügend Raum für Interpretation. Ich möchte damit Personen und Unternehmen ansprechen, die ebenfalls achtsam, innovativ und umweltorientiert handeln.

Du hast auch eigene Projekte und Förderungen an denen du nebenher arbeitest. Kannst du uns mehr darüber verraten?

Das sind eher Herzensangelegenheiten als Projekte. So haben wir z.B. zwei Bienenvölker im Naturschutzgebiet angesiedelt, um dem Insektensterben entgegen zu wirken. Daraus wird dann unser eigenes Honig-Label entstehen, wenn es so weit ist. Zudem unterstützen wir den lokalen Fußballverein, für den wir den kompletten Vereinsauftritt entwickelt haben und den wir auch weiterhin betreuen. Und sobald es die Zeit zulässt, möchte ich mich gerne für die Förderung von regionalen Lebensmitteln einsetzen.

Womit hat bei dir die Selbstständigkeit gefühlsmäßig angefangen? Deiner Entscheidung den Schritt zu wagen, mit der Bestätigung vom Finanzamt, mit dem Logo, mit deiner Homepage, mit dem ersten Kunden, oder mit etwas ganz anderem?

Ich glaube dass es bei mir mit den ersten Projektanfragen richtig anfing und nicht mit der Gründungsphase davor. Wobei ich diese längere Zeit parallel laufen hatte, da ich mir keine große Vorlaufzeit zum Gründen gegönnt hatte. Dadurch hatte ich mir selbst extremen Druck gemacht. Typisch ich. Ein sportliches Ziel setzen und sich hinterher fragen, wieso man sich selbst so stressen musste. (lacht)

Marlene Frey: Inhaberin der Designagentur "Frey und Meute"

Wie hast du den Start in dein eigenes Business finanziert?

Um die Kosten so gering wie möglich zu halten, habe ich erst einmal nur das nötigste aus privaten Mitteln angeschafft. Das ging ganz gut, da ich außer einem schnellen Rechner, Programmen und dem eigenen Kopf nicht viel brauchte. Dennoch habe ich vorausschauend großen Wert auf eine gute Infrastruktur und Organisation gelegt um zukünftig wachsen zu können.

Der Gründungszuschuss (der Agentur für Arbeit) ist mir in der Anfangszeit eine große Hilfe gewesen. Gerade weil es in unserer Branche oft Wochen dauert, bis ein Projek abgeschlossen ist und abgerechnet werden kann. Da beruhigt es einen ungemein, wenn man für die ersten Monate Unterstützung bekommt.

Wie lief dein Start in die Selbstständigkeit?

Die Gründungsphase selbst fand ich sehr anstrengend da man vieles erledigen und bedenken musste. Alles ist neu, man muss sich überall erst einlesen und sich beraten lassen. Ich war froh als ich endlich anfangen konnte zu arbeiten. Dann lief auch alles fast von ganz alleine.

Wie hast du versucht, deine ersten Kunden zu gewinnen?

Tatsächlich habe ich bisher nicht viel Akquise gemacht. Die Kunden kamen über Beziehungen und Empfehlungen zu mir. Ab dem ersten Tag hatte ich schon viel zu tun, weshalb die Arbeit an meinem eigenen Corporate Design und meiner Website erst einmal liegen bleiben musste. Es hat mir gezeigt, dass sich das gute Verhältnis zu meinen Kunden gelohnt hat. Es gibt kein größeres Kompliment als Kunden, die meine Arbeit schätzen, mir treu bleiben und mich weiter empfehlen.

Marlene Frey: Inhaberin der Designagentur "Frey und Meute"

Für dich war von Anfang an klar, du möchtest im Team gründen. Welchen Herausforderungen bist du begegnet?

Ich bin ein absoluter Teamplayer und davon überzeugt, dass die besten Ideen und Ergebnisse durch eine gute Mischung aus Individuen und deren Gedanken entsteht. Gründen wollte ich deshalb unbedingt in einem Team, musste aber feststellen, dass die anfängliche Begeisterung bei den möglichen Partnern verblasste, sobald es in die konkrete Umsetzung ging. Das war keine einfache Zeit für mich, hat mir aber gezeigt, dass ich die einzige war, die von dem Vorhaben gänzlich überzeugt war.

Heute weiß ich, dass es so genau richtig war. Und auch ohne Gründungspartner war ich ja nicht alleine. Durch den engen Kontakt zu Freelancern konnte ich von Beginn an jedes Projekt, egal in welcher Größe, annehmen und meinen Kunden einen Rundum-Service bieten.

Nachdem du die ersten Monate als Einzelkämpferin gearbeitet hast, hast du im Oktober einen großen Schritt gewagt und einen Mitarbeiter ins Boot geholt. Wie ist es zu dieser Entscheidung gekommen? Welche Gedanken sind dir durch den Kopf gegangen?

Nachdem für mich von Anfang an klar war, dass ich im Team arbeiten will, war es für mich ein logischer Schritt. Trotzdem war ich auch unsicher ob es richtig ist diesen Schritt bereits so früh zu gehen. Da das Auftragsvolumen aber stetig stieg, gab es für mich keine Freizeit mehr und ich musste immer mehr Freelancer in die laufenden Projekte einbinden, um meinen Kunden weiterhin termingerecht gute Qualität liefern zu können. Daneben durfte ich die weiteren Tätigkeiten wie Büroorganisation, Zukunftsplanung der Agentur und Akquise nicht schleifen lassen. Nach Abwägen verschiedener Möglichkeiten war für mich die Lösung deshalb klar.

Woraus schöpfst du deine Kraft? Hast du irgendwelche Rituale?

Als Dorfkind bin ich einfach unheimlich stark mit der Natur verbunden. Nach meist über acht Stunden am Schreibtisch treibt es mich deshalb raus an die frische Luft. Wenn ich nach dem Feierabend in Richtung Pfälzerwald fahre, um unsere Islandpferde zu versorgen ist das wie ein Kurzurlaub für mich. Dort tanke ich neue Kraft, schalte den Kopf ab und lasse das Büro hinter mir. Durch den Ausgleich kann ich am nächsten Tag wieder mit voller Energie an den Arbeitsplatz zurückkehren. Okay, viel Kaffee brauche ich trotzdem. (lacht)

Marlene Frey: Inhaberin der Designagentur "Frey und Meute"

Verrate uns doch mal: Was ist dein nächstes Ziel? Und was dein großer Traum?

Ich möchte die Agentur weiterhin gesund wachsen lassen und dauerhaft festigen. Priorität hat daher vor allem der Ausbau unseres Kundenstamms. Mein Ziel ist es, weiterhin interessante Kunden in allen Bereichen zu unterstützen und sich zukünftig auch in der Bio-Branche zu etablieren. Für mich ist wichtig, dass wir gemeinsam mit unseren Kunden etwas Sinnvolles und Gutes für die Welt tun.

Was möchtest du anderen Gründerinnen gerne mit auf den Weg geben?

Vertraut auf euren Bauch und handelt nicht nur nach eurem Kopf. Natürlich sollte das Vorhaben immer gut durchdacht sein, aber es gehört auch dazu, etwas Neues zu wagen und teilweise auch mal kalkulierte Risiken einzugehen. Gebt am Anfang nicht auf, wenn euch im Papierdschungel der Gründung alles zu viel wird. Kämpft euch durch, glaubt an euch und habt den Mut den Schritt zu gehen. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Vielleicht noch eine Kleinigkeit: Versucht eure Schwächen (z.B. in der Buchhaltung) bereits von Anfang an auszubügeln, in dem ihr euch entsprechend Hilfe holt. So kann nichts mehr schief gehen.


Neugierig geworden? Weitere Informationen zu Marlene und ihrem Business “Frey und Meute Designagentur” findest du hier:

Webseite Frey und Meute

Frey und Meute auf Facebook und Instagram

Fotos: Gianni Caretta

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Ich bin Rosenkohlaussortiererin, Teilzeit-Dickkopf und Vollzeit-Freiberuflerin. Sport-Fan, Handy-Vernachlässigerin und Möchtegern-Hausinhaberin. Von süßen Katzenbabys und Wurst halte ich nicht viel, dafür umso mehr von digitalen Medien und Tonpulten.
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