Zuverlässigkeit

11 Dinge, die du im Sommerloch für dein Business tun kannst

Nicht in jeder Branche, aber in sehr vielen stellen wir als Selbstständige fest: Irgendwie gibt es im Juli und August ein Sommerloch. Es wird ruhiger, weil Auftraggeber und Kunden im Urlaub sind, es ist Ferienzeit. Und damit die Zeit, die von einigen Selbstständigen gefürchtet ist, weil weniger Aufträge reinkommen. Dabei gibt es viele Dinge, die du im Sommerloch tun kannst, um dein Business anzukurbeln und für die zweite Jahreshälfte in Schwung zu bringen.

Auch bei mir ist es so, dass es im August ruhiger ist. Die Festspielzeit mit anstrengenden drei Monaten geht zu Ende. Theater, Messen und Kongresse beginnen erst wieder im September und somit läuft bei mir im August in Sachen Offlinebusiness nicht viel.

Ich erinnere mich noch, in meinem ersten Jahr der Selbstständigkeit war das ganz fürchterlich für mich. Auf einen Schlag war nichts mehr los und irgendwie fühlte ich mich ein bisschen, als werde ich vom Sommerloch total ausgebremst. Nach wenigen Tagen merkte ich jedoch, wie wunderbar so ein Sommerloch sein kann (sofern man ab September wieder Aufträge hat und damit beruhigt schlafen kann). Ich hatte endlich mal Zeit, mir einen Überblick über mein eigenes Business zu verschaffen, mir Gedanken dazu zu machen, wo ich stehe und mich mit anderen Dingen zu beschäftigen, die mir einen wahren Motivationsschub verleihen.

Übrigens: Ich genieße dieses kleine Sommerloch im August so richtig! Das Telefon klingelt extrem selten und ich kann zwischendurch auch mal so richtig die Seele baumeln lassen und ausgibig das machen, was man modern als chillen bezeichnet 😉 Was ich aber auch jedes Jahr mache, sind die Tipps, die ich dir heute gebe – aus der Praxis für die Praxis und somit mitten aus dem Leben. Lass uns loslegen!

#1 Spinne einfach mal rum

Als ich mein Business und Frau Chefin gründete, hatte ich große Visionen. Was ich damit erreichen will, warum ich das mache und was ich langfristig damit bezwecken will. Im Laufe der Zeit habe ich gemerkt, dass diese großen Visionen irgendwie im Trubel des Alltags untergegangen sind. Natürlich wusste ich stets, was meine Ziele sind, aber mir wurde auch bewusst, dass diese sich im Laufe der Zeit ändern. So wie ich mich verändere und auch ich an meiner Selbstständigkeit gewachsen bin. Ich begriff, dass nicht nur meine Ziele sich verändert hatten, sondern auch meine ursprünglichen Visionen scheinbar verloren gegangen sind. Irgendwie fehlte im Alltag die Zeit zum Träumen und das solltest du jetzt nachholen!

Spinne einfach mal rum, was du erreichen willst, wo du hinwillst und zwar aus deiner aktuellen Sicht. Und dann vergleiche sie mal, was du dir am Anfang deiner Selbstständigkeit vorgestellt hast. Ich hatte einiges zu lachen 🙂

Sommerloch Business#2 Schaue kritisch auf deine Social-Media-Kanäle

Als ich mich selbstständig gemacht habe, hatte ich die überschäumende Motivation, mit meinem frischgebackenen Unternehmen, auf zig Social-Media-Plattformen vertreten zu sein. Der Gedanke war klar: Umso mehr Kanäle ich bespiele und als kostenlose Werbeflächen nutze, umso mehr Aufmerksamkeit. Was ich damals natürlich total missachtet habe, war: Wann kümmere ich mich darum, wenn mein Business richtig läuft? Nach kurzer Zeit habe ich also wieder ein paar Kanäle gelöscht. Und auch jetzt – nach knapp vier Jahren Selbstständigkeit – bin ich wieder an einem Punkt, einen Social-Media-Kanal von meiner Liste zu streichen.

Frage dich deshalb: Welcher Kanal macht dir Spaß? Wo hast du die meisten Feedbacks? Welche Kanäle bringen dir Kunden? Und welche kosten dich nur Zeit und bringen dir nichts? Meine Meinung: Weniger ist mehr. Wenn du noch heute einen Social-Media-Auftritt löschst, hast du in Zukunft nicht nur mehr Zeit, sondern auch noch ein besseres Gewissen, weil du nicht immer im Hinterkopf hast, dass du dort ja mal wieder etwas posten müsstest…

#3 Welches Projekt schiebst du schon lange vor dir her? Packe es jetzt an!

In der Hektik des Alltags passiert es einfach immer mal wieder, dass man tolle Ideen für’s eigene Business hat. Doch wann soll man das denn auch noch machen? Wie wäre es mit jetzt im Sommer? Nutze doch einfach die Urlaubszeit, um kreativ an deinem Business und deinen Projekten zu arbeiten. In der Regel macht das einfach wahnsinnig viel Spaß und es fühlt sich auch nicht nach arbeiten kann. Bestenfalls kannst du dabei auch noch draußen sitzen un das herrliche Sommerwetter genießen.

Wichtig dabei finde ich: Fange mit deinem liebsten Projekt an und setze dir kleine Ziele, die du in Etappen erreichen kannst, das motiviert ungemein.

#4 Mache das, was du nicht magst

Ein doofer Tipp? Klingt erstmal so, ist er aber gar nicht – versprochen! Es gibt bestimmt auch bei dir eine Aufgabe, die du nicht magst und immer wieder vor dir herschiebst. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, diesen Punkt endlich von deiner Aufgabenliste zu streichen! Nicht, indem du ihn einfach nicht machst, sondern endlich anpackst.

Bei mir gibt es das auch – ich hasse es zum Beispiel Fenster zu putzen. Ist irgendwie so überhaupt nicht mein Ding. Genauso oft ärgere ich mich aber auch darüber, dass ich in meinem schönen Homeoffice nicht ein blitzeblankes Fenster habe, aus dem ich ohne Flecken in die wunderbare Schwarzwald-Landschaft schauen kann. Ich finde, das runiert das komplette Ambiente, so dass ich mich in meinem Homeoffice einfach nicht so richtig wohl fühle. Und ja, jetzt im Sommerloch packe ich das (auch mal wieder und endlich) an. Und den Steuerkram mache ich direkt im Anschluss 😉

#5 Schaffe Ordnung, um Zeit zu gewinnen

Hier ein Stapel, dort ein Stapel, Mappen, mehrere Ablagen – und kein Durchblick. Egal, welcher Arbeitstyp du bist und wie viel Ordnung du brauchst, wenn du lange nach Dingen suchen musst, verschwendest du wahnsinnig viel Zeit. Jetzt ist der beste Zeitpunkt, Zeit zu investieren, um mal richtig klar Schiff zu machen und in Zukunft weniger suchen zu müssen und dadurch Zeit zu sparen. Welches System passt zu dir? Womit fühlst du dich wohl? Was kann weg? Und was kannst du sinnvoll in einem System vereinen?

#6 Überprüfe dein Angebot

Bestimmt hat ein Kunde dich schonmal nach einem speziellen Angebot gefragt, oder du hast gemerkt, dass du dein Angebot noch verbessern oder erweitern kannst. Jetzt ist der optimale Zeitpunkt, daran zu arbeiten! Was läuft gut, was nicht so gut? Wo kannst du verbessern? Was erweitern? Was eignet sich, um ein Paket zu schnüren? Was wäre optimal, um neue Kunden zu gewinnen? Wenn du dir nicht sicher bist, dann kannst du auch deine bisherigen Kunden fragen, was sie sich wünschen. Oftmals kommen ganz andere Dinge heraus, als man sich selbst vorstellt.

#7 Aktualisiere deine Homepage

Viele Freiberufler und Selbstständige werden wissen, wovon ich rede, wenn ich sage, dass die eigene Homepage meist in Vergessenheit gerät, wenn es beruflich gut läuft. Dann ist sehr oft alles andere wichtiger. Bei mir ist das auch ein wunder Punkt. Ähäm.

Eine Homepage ist enorm wichtig, aber sie kostet auch unglaublich viel Zeit, wenn sie stets aktuell gehalten werden will und in regelmäßigen Abständen Verbesserungen beinhalten soll. Damit es dir nicht wie mir geht, lege ich dir hiermit eine Aufgabe sehr ans Herzen: Nutze die Zeit im Sommer, um deine Homepage zu aktualisieren und ihr mal wieder die Aufmerksamkeit zu widmen, die sie verdient.

#8 Bilde dich mal wieder weiter

Du kennst das bestimmt: Während deines Arbeitsalltags fällt dir auf, dass du dieses und jenes unbedingt nachschlagen musst, du dir unbedingt Tool X anschauen solltest und eigentlich auf Gebiet Y immer noch Wissenslücken hast, die du stopfen müsstest.

Jetzt ist die Zeit dazu! Überlege dir, was du können musst, um deinen nächsten Schritt zu erreichen, der Konkurrenz voraus zu sein, dein Angebot zu erweitern etc. Frage dich: Was fehlt mir, um noch besser zu sein? Schnappe dir ein Buch zu dem Thema, besuche Workshops, Vorträge, Seminare, mache einen Onlinekurs, eine Beratung, ein Coaching oder schaue dir Tutorials an. Kuschele dich in eine Decke ein und genieße die Zeit für dich!

#9 Schmiede Pläne für die nächsten Monate

Wenn du weiterkommen möchtest, dann ist es unglaublich wichtig, dass du deine Ziele und somit deine nächsten Schritte kennst. Mache dazu eine Bestandsaufnahme: Wo stehst du? Wo willst du hin? Was möchtest du im September, Oktober, November oder Ende des Jahres erreicht haben? Überlege dir dann, wie du das Ziel bzw. deine Einzelziele erreichen kannst und welche Schritte dazu nötig sind.

Oder du setzt dir zum Beispiel das Ziel, dein Homeoffice in Zukunft besser zu strukturieren, deine Zeitplanung zu verbessern und deine neue Ordnung bis zum Ende des Jahres auf jeden Fall durchzuhalten.

Sommerloch Business#10 Erstelle einen „Businessreport“

Ups, hast du noch nie gemacht? Das ist kein Weltuntergang. Ich bin auch sehr lange ohne ausgekommen 😉 der Sinn hinter einem Businessreport ist einfach: Du erstellst dir eine Übersicht über dein Unternehmen. Der erste Punkt, den ich immer angehe, sind logischerweise die Finanzen. Welche Einnahmen hatte ich womit? Wieviel Prozent macht welches Angebot aus? Welche Ausgaben habe ich in diesem Jahr bis jetzt getätigt? Wie hoch waren sie? Welche Ausgaben haben sich gelohnt und welche eher nicht?

Dabei nehme ich auch meine Angebote nochmal vertieft unter die Lupe und erweitere den oben erwähnten #6, indem ich konkrete Zahlen hinzufüge. Außerdem schreibe ich mir auf, welche Marketingaktivitäten sich gelohnt haben, welche ich überhaupt gemacht habe und welche einen Schuss nach hinten waren. Zudem schreibe ich mir auf, welche Kunden ich in diesem Jahr bereits akquiriert habe und auch über welches Format (Email, Facebook, direkt auf der Webseite etc.). Deinen Businessreport kannst du natürlich noch um einige Punkte erweitern.

#11 Einfach mal Abschalten

Da das Sommerloch auch die Zeit ist, in der die meisten Menschen Urlaub machen, solltest auch du nicht nur arbeiten und Pläne schmieden. Nutze die Tage auch zum Abschalten und für dich, denn in einer Selbstständigkeit kommt man normalerweise selbst immer zu kurz.

Was machst du in den Sommermonaten? Gibt es in deinem Business ein Sommerloch? Und wenn ja, wie nutzt du es?

About the author
Hallo, ich bin Isabelle! Bloggerin, Unternehmerin, Mama und der kreative Kopf hinter Frau Chefin. Vor mehr als zwölf Jahren habe ich angefangen, mich intensiv mit dem Thema „Zeitmanagement“ zu beschäftigen und tüftelte daraufhin meine eigene Form der Zeitplanung aus: die Frau-Chefin-Methode. Heute unterstütze ich selbstständige Frauen dabei, ihre Zeit mit Leichtigkeit zu planen, ihre Produktivität anzukurbeln und ihren Alltag so zu strukturieren, dass sie ihre Zeit optimal nutzen können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.