Zuverlässigkeit

Du scheiterst immer wieder an deiner eigenen Zeitplanung? Das ist der Grund!

Zeitplanung oder Zeitmanagement ist bei vielen Selbstständigen ein ganz großes Thema und auch ein wunder Punkt. Zeitplanung gehört zweifelsohne zu deinem Business dazu, ist ein Motivator und ja, auch ein Begleiter auf deinem Weg zu deinen großen Zielen. Immer wieder wird probiert, nachgelesen, optimiert – und leider auch daran gescheitert. Die Sache ist die: Du wirst NIE deine Zeit „richtig“ planen können, wenn du eine entscheidende Sache vergessen hast.

Ich möchte dir eine kleine Geschichte erzählen:

Susi ist seit einigen Monaten selbstständig. Sie arbeitet von ihrem heißgeliebten Homeoffice aus, das sie sich gemütlich und mit größter Hingabe eingerichtet hat. Sie ist ehrgeizig und motiviert, sprüht vor Ideen und sitzt jede freie Minute am Schreibtisch, um an ihrem Traum zu arbeiten. Um sie herum hat sie zahlreiche Ablageflächen geschaffen, um organisiert arbeiten zu können, Stifte und Tonnen an kleinen Klebezettelchen und Notizzetteln. Doch die Sache hat einen Haken: So sehr sie ihr Homeoffice liebt, genauso schnell versinkt sie dort in ihrem kreativen Chaos, das sie sich in ihrem Alltag geschaffen hat.

Wenn sie die Tür von ihrem Homeoffice zur Wohnung öffnet, warten dort immer Wäscheberge, eine unordentliche Küche, eine Katze, die nur zu gerne bei ihr auf dem Schreibtisch liegt und eine kleine Tochter, die sie auf Trab hält. Ihr Ehemann kommt meist erst spät nach Hause. Immer wieder fragst sie sich, wie sie das alles unter einen Hut bekommen soll. Abends, wenn die Familie schon auf der Couch sitzt, rennt sie noch rum und räumt auf, organsiert und versucht krampfhaft „ich müsste und sollte eigentlich noch…“ aus ihrem Kopf zu bekommen.

Das schlechte Gewissen hat sie immer mit im Gepäck.

Susi fasst immer wieder den Entschluss endlich ihr Leben neu zu organisieren – schließlich ist sie ehrgeizig und sagt sich, dass das doch nicht sein könne, dass sie das nicht auf die Reihe bekommt. Sie hat schon wahnsinnig viele Ratgeber dazu gelesen und immer wieder ausprobiert. Immer wieder hat sie sich gesagt, dass sie nun endlich mit Struktur, Ordnung und Disziplin an ihre Zeitplanung geht. Hochmotiviert, dieses Ziel endlich zu erreichen, hat sie einen halben Tag lang penibel ihren Tagesablauf geplant und ihre Woche ausgetüftelt, was sie wann machen will. Immer wieder hat sie sich Ordnungssysteme für ihr Homeoffice geschaffen, aber meist früher als später geriet ihr guter Vorsatz in Vergessenheit und das alte Chaos war zurück.

Hinzu kam, dass es irgendwann immer wieder soweit war, dass der Supergau eintrat: Ein kleiner Zwischenfall, der ihre ganze Planung über den Haufen warf. Meist saß sie dann frustriert, genervt, enttäuscht und gestresst in ihrem kleinen Reich und fragte sich, was sie denn falsch machen würde und ob sie einfach zu doof sei, ihre Zeit richtig zu planen. Immer wieder raffte sie sich dann auf und sagte sich: Beim nächsten Mal klappt’s bestimmt!

Kommt dir die Geschichte bekannt vor?

„Es liegt einzig und allein daran, welche Methode du für deine Zeitplanung verwendest.“

Vielleicht steckt auch ein bisschen „Susi“ in dir. Vielleicht hast auch du dich schon ein paar Mal gefragt, warum bei dir die Zeitplanung einfach nicht richtig funktionieren will. Warum du immer wieder daran scheiterst, strukturiert und organisiert zu arbeiten. Und warum deine Aufgabenliste immer länger wird statt kürzer und du nie den Schreibtisch leer bekommst.

Fakt ist: Susi wird NIE ihre Zeit „richtig“ planen können, weil sie eine entscheidende Sache vergessen hat.

Nämlich den Faktor „Persönlichkeit“.

Und das ist auch der Grund, warum du immer wieder an deiner Zeitplanung scheiterst!

Die gute Nachricht ist: Du bist nicht zu doof, um deine Zeit zu planen und du bist auch nicht das Problem. Es liegt einzig und allein daran, welche Methode du für deine Zeitplanung verwendest.

Zeitmanagement, wie du es üblicherweise kennst und in entsprechenden klassischen Ratgebern findest, hat furchtbar viel mit konsequenter Disziplin, vorgegebenen Routinen, festen Strukturen, penibler Ordnung und akkuraten Listen zu tun. Wahnsinnig viele Selbstständige knechten sich mit starren Tools, akkurater Terminplanung und Ordnungsmaßnahmen, nur um ein paar Minuten Zeit am Tag zu gewinnen.

Grundsätzlich ist dagegen an sich erstmal nichts einzuwenden. Auch ich habe schon den ein oder anderen Tipp in einem klassischen Ratgeber entdeckt, den ich für gut befunden habe. Der Knackpunkt ist nur, dass diese Ratgeber nur dann richtig funktionieren, wenn man seinen Tag in eine solche feste Struktur pressen kann und sich dieser voll und ganz hingibt. Und diese Arbeitsweise findet sich heute tatsächlich nur noch selten als Selbstständige.

Das Resultat: Die Meisten (nicht nur Selbstständige) halten solch ein System einfach nicht lange durch. Statt Zeit zu gewinnen ist das in Wahrheit ein Schuss nach hinten. Denn diese Selbstknechtung kostet sie jeden Tag unheimlich viel Energie (weil sie das ja eigentlich in ihrem tiefsten Inneren gar nicht so richtig wollen) und am Ende auch Zeit, weil es vertane Mühe ist. Irgendwann paddeln sie wieder in ihrem alten Fahrwasser und damit ist auch das ungute Gefühl zurück, einfach „zu doof“ für Zeitplanung zu sein.

Für dich als Selbstständige funktioniert klassisches Zeitmanagement schlichtweg nicht.
Und kann es auch niemals tun.

Warum?

Nicht etwa, weil du nicht diszipliniert bist, keine Struktur liebst – oder womöglich keine Ziele hast, auf die du hinarbeiten und zu wunderbar geordneten Listen formen kannst.

Nein.

Es liegt daran, dass du mit deiner Entscheidung für die Selbstständigkeit vor allem eines gemacht hast: Du hast dich bewusst gegen ein starres und vorbestimmtes System entschieden. Deshalb klingt für dich als Selbstständige allein das Wort „Zeitmanagement“ schon alles andere als nach der großen Freiheit und Selbstbestimmung, die dir zu Beginn der Gründung ein unheimlicher Motivator, wenn nicht sogar, DER Hauptgrund war, endlich ein eigenes Business zu haben.

Dir als Selbstständige sind andere Dinge wichtig, die in komplettem Widerspruch zu allem stehen, was in 0-8-15 Zeitmanagement-Ratgebern gepredigt wird: Freiheit, Flexibilität, Selbstbestimmung, Neues ausprobieren und spontan sein können.

Nickst du jetzt fleißig mit dem Kopf und dir geht ein Licht auf?

Deshalb ist mein Ansatz folgender:

Zeitplanung muss für dich als Selbstständige komplett neu gedacht werden.

Du willst die Freiheit haben, um morgens ausschlafen zu können, oder kurzentschlossen in deinen Tag zu starten. Du willst die Flexibilität haben, das tun zu können, was du möchtest und wonach gerade dein Kopf steht. Du willst die Selbstbestimmung leben können, die du dir wünschst. Du willst Neues ausprobieren können, um deinen Horizont zu erweitern. Und du willst spontan sein können, um dein Leben genießen zu können. Und da funktionieren – finde ich – nunmal keine Einheitstipps für eine Planung. Wie auch, wenn du einen gnadenlosen und festgezurrten Zeitplan hast, der dich ohne Kompromisse zu deinen Tageszielen bringt?

Deine Zeitplanung als Selbstständige muss also in erster Linie auf dich und deine Persönlichkeit abgestimmt sein und im zweiten Schritt auf deine Arbeitsweise und deine Situation. Vielleicht bist du der Typ, der alles auf Notizzettel kritzelt, vielleicht schreibst du lieber alles in ein Buch, oder du tapezierst deine Wand mit Post-Its? Vielleicht brauchst du eine feste Arbeitszeit am Schreibtisch, vielleicht lässt du es lieber offen, wann du anfängst, so lange du alles schaffst, was du dir für den Tag vorgenommen hast?

Deshalb gehe ich auch mit der Heldinnen-Schmiede einen anderen Weg.

Zeitplanung scheitertUnd ein erster Schritt in diese Richtung ist, dass du dich jetzt hinsetzt und dir klar machst, welcher Typ du bist. Bist du jemand, der vor Ideen sprudelt und am Liebsten alles auf einmal umsetzen möchte? Bist du jemand, der sehr strukturiert und durchdacht arbeitet und ausgetüftelte Pläne braucht, bis du in die Umsetzung gehst? Magst du es lieber spontan das zu machen, worauf du jetzt gerade Lust hast? Oder bist du jemand, der auch das macht, was er sich für den Tag vorgenommen hat?

Notierst du deine Gedanken auf einem Notizzettel, Post-Its, als Sprachmemo, oder lieber in einem Online-Tool? Schreibst du gerne mit Bleistift, oder liebst du die radikale Variante mit Buntstiften und Kugelschreiber?

Brauchst du einen festen Tagesablauf und einen aufgeräumten Schreibtisch, um dich wohlzufühlen? Oder darf es auch etwas chaotischer und spontaner sein?

All diese Fragen sind wichtig für dich, deine Arbeitsweise und deine Zeitplanung. Wenn du Unterstützung dabei brauchst, deine für dich perfekte Zeitplanungsmethode auszutüfteln, die zu deiner Persönlichkeit und zu deiner Arbeitsweise passt, dann freue ich mich, von dir zu lesen.

Sprich, wenn du mit der richtigen Methode und den zu dir und deiner Persönlichkeit passenden Maßnahmen deine Zeitplanung planst und deine Arbeitsweise optimierst, dann bin ich mir sicher, dass du nicht nur Aha-Momente erleben wirst, sondern auch ohne Probleme in Zukunft deine Zeit planen wirst.

Und ganz wichtig zum Schluss:

Zeitplanung soll und muss Spaß machen!

Meine Meinung ist, dass du nur dann effektiv und strukturiert arbeiten kannst, wenn du dich so organsierst, dass du bei dem Thema „Zeitplanung“ auch Spaß hast. Dass du die ein oder andere Sache dafür optimieren, anpassen oder ändern musst, ist klar, aber eine Methode, die krampfhaft versucht, deinen Arbeitstyp an ein System anzupassen, das nicht zu dir passt, wird immer früher oder später zum Scheitern verurteilt sein!

Zeitplanung muss und soll kein lästiges Übel sein, das irgendwie zum Leben dazu gehört. Zeitplanung ist dazu da, dass du trotz deiner vielseitigen Beschäftigungen die Möglichkeit hast, das Leben führen zu können, dass du dir wünschst und dich glücklich macht. Zeitplanung soll dich entlasten und nicht belasten und dir ermöglichen, auch mal durchzuatmen, spontan sein zu können und Freiräume zu haben, damit du deinen Gedanken und Ideen freien Lauf lassen kannst.

Wie stehst du zu dem Thema Zeitplanung? Hast du deine persönliche Zeitplanung schon gefunden?

About the author
Hallo, ich bin Isabelle! Bloggerin, Unternehmerin, Mama und der kreative Kopf hinter Frau Chefin. Vor mehr als zwölf Jahren habe ich angefangen, mich intensiv mit dem Thema „Zeitmanagement“ zu beschäftigen und tüftelte daraufhin meine eigene Form der Zeitplanung aus: die Frau-Chefin-Methode. Heute unterstütze ich selbstständige Frauen dabei, ihre Zeit mit Leichtigkeit zu planen, ihre Produktivität anzukurbeln und ihren Alltag so zu strukturieren, dass sie ihre Zeit optimal nutzen können.

4 Kommentare

  1. Du sprichst mir aus der Seele!
    Nebenbei habe ich festgestellt, dass diese unheimlich praktischen ToDo-Listen-Tools oft mehr Zeit benötigen, als sie einsparen. Ich schreibe inzwischen alles auf einen Zettel, was ich erledigen möchte.
    LG
    Sabienes

    1. Hallo Sabienes,

      da hast du in meinen Augen schon einen ersten großen Schritt getan 🙂 Tools sind schön und auch hilfreich, aber oftmals auch gewaltige Zeitfresser.

      Liebe Grüße
      Isabelle

  2. Wie du mir den ganzen Artikel über aus der Seele gesprochen hast haha, ich PLANE jetzt zu planen, nur noch morgende und Abende einzuplanen, und Tagsüber nur sehr grob, also mir schnell auf einen Zettel zu schmieren, was ich machen will, und das wars. Danke, das ist der beste Artikel den ich zur Zeitplanung gelesen habe und ich habe viele gelesen, aber eben nur darüber, wie man diese durchführt & nicht wie scheiße sie eigentlich sein können. Nur mein Problem ist, dass ich spät von der Schule komme und viel lernen muss, weil ich die letzen jahre nicht so gut war und vieles am nachholen bin! Ich habe ferien und plane wie ich das machen soll, aber ich hab zweifel, dass ich es schaffe, nach der Schule nochmal Stundenlang zu lernen

    1. Hallo Maite,

      danke für das Lob! Schön, dass du aus dem Artikel etwas mitnehmen konntest. Mein Tipp: Nimm dir nicht zu viel vor für nach der Schule, sondern setze dir kleine Ziele.

      Liebe Grüße
      Isabelle

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