Produktivität steigern

Nimm‘ dir eine Auszeit. Und zwar jetzt!

Vor einer Woche habe ich noch gepredigt, du sollst dir eine Auszeit nehmen und jetzt finde ich dich hier. Tztztz. Warum das trotzdem gut ist und du hier deinen Aha-Moment findest, erfährst du jetzt.

Du machst gerade diese Auszeit und liest einen Artikel auf Frau Chefin? Ich nehme alles zurück! Das ist natürlich genehmigt 😉

Spaß beiseite. Ich sitze heute tatsächlich nicht am Laptop. Das habe ich mir ganz fest vorgenommen, denn das ist unser erstes Weihnachten mit dem Löwenkind, wir sind bei Oma und Opa und da ticken die Uhren gewöhnlich gaaaanz anders. Kennst du bestimmt.

„Weihnachten ist für mich nach wie vor eine beschauliche Zeit und die soll es auch mit Kind werden.“

Weihnachten ist für mich nach wie vor eine beschauliche Zeit und die soll es auch mit Kind werden. Allerdings habe ich wirklich jedes Jahr so ein kleines bisschen ein Gewissensproblem – früher auch ohne Kind. Wahrscheinlich ist das so ein Ding der Selbstständigkeit. Jedes Jahr gönne ich mir an Weihnachten drei bis vier freie Tage – hintereinander! Was grundsätzlich schon der absolute Wahnsinn ist. Was es leichter macht, ist die Tatsache, dass fast alle über diese wenigen Tage sich aus dem Alltag ausklinken.

Zurück zum Gewissensproblem: Jedes verflixte Jahr denke ich „Mensch, jetzt hättest du mal Zeit, dies und jenes zu erledigen. Und eigentlich wäre es total klasse, das und dies noch dieses Jahr fertig zu machen.“ Auch mache ich jedes Jahr zehn Dinge, die ich zwischen den Jahren erledige. Ohne die geht’s bei mir dann so gar nicht.

Ich genieße die Zeit mit meiner Familie sehr und ja, irgendwie ist es das, was Weihnachten für mich so besonders macht. Jeder nimmt sich bewusst Zeit für die Familie – und das mehrere Tage. Dennoch denke ich ganz oft: Och, jetzt so ein Stündchen noch dieses oder jenes machen…

Die Sache ist: Es gibt IMMER etwas zu tun.

Egal was. Und wenn es Staubsaugen ist. Die Arbeit endet nie und auf dem Schreibtisch liegt auch immer etwas. Das verdammt Schwere daran ist, dass man sie nicht trotzdem macht. Weil man sich einredet, dass man jetzt ja gerade Zeit hat.

Dieses Gefühl, Hummeln im Hintern zu haben und etwas Produktives tun zu müssen, ist zwar manchmal für mich echt unerträglich, aber es gibt da eine Sache, die ich mir – und auch du dir – genau dann vor Augen führen solltest:

Wann im Jahr hast du wirklich frei?

Bei mir gibt es da die letzten beiden Wochen im August, da mache ich tatsächlich sowas wie Urlaub. Ok, nennen wir es eher: Die Zeit, in der ich bewusst keine Jobs annehme und ich zuhause bin und mal etwas Anderes mache. Balkonien sozusagen. Das sind aber nur zwei Wochen. Reicht das? Nein. Tut es nicht. Danach rennt der Hase wieder und man sehnt sich nach Weihnachten.

Und wenn Weihnachten ist, habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich vier Tage mal nichts mache? Ich bin wirklich bekloppt.

Übrigens, mal so am Rande: Solch erleuchtende Momente kommen mir meistens nachts. Da wird mir dann bewusst, wie dämlich das ist. Und ich könnte mir selbst in den Hintern treten. Damit du nicht genauso bekloppt bist, gibt’s diesen Artikel. Achtung, Wink mit dem Lattenzaun.

Ich finde, die Weihnachtszeit ist in sehr vielen Business-Bereichen DIE Zeit des Jahres, in der alles still liegt. Die Menschen machen Urlaub, arbeiten nicht und verschieben vieles einfach auf das nächste Jahr. Bei mir rollt der Stein vor Weihnachten und direkt danach weiter. Ein Deal mit einem ganz lieben Kollegen macht es möglich, dass ich diese vier Tage frei bekomme.

Die große Frage ist: Warum haben wir Selbstständigen so schnell und oft ein schlechtes Gewissen, wenn wir mal wenige Tage nichts für unser Business machen?

Weil wir uns einreden, dass ohne uns unser Business nicht läuft. Ganz einfach. Und in vielen Fällen ist es auch so, weil wir Einzelkämpferinnen sind. Wenn wir nichts machen, passiert eben auch nichts. Tatsache ist aber auch, wenn wir uns zu tode schuften, keine Auszeit nehmen und immer nur funktionieren, zehrt das gewaltig an uns und irgendwann werden wir kapitulieren. Und was ist dann? Genau, du wirst irgendwann dein Business aufgeben. Was hat die Schufterei dann gebracht? Richtig, nichts.

WeihnachtenWas lernst du jetzt daraus?

Nimm dir deine Auszeiten und hab um himmelswillen kein schlechtes Gewissen, wenn du mal ein paar Tage nichts für dein Business machst. Ich weiß, dass das echt schwer ist und gerade Onlineaktivitäten gefühlt immer erledigt werden müssen, aber davon bricht die Welt nicht zusammen. Hoffe ich zumindest 😉

Da du jetzt tapfer bis ans Ende durchgehalten hast und deine kleine Auszeit mit einem Aha-Moment für dein Business getarnt hast, bleibt mir nur noch eines zu sagen: Ich wünsche dir wundervolle Weihnachten, eine tolle Zeit mit deiner Familie und ein paar Tage ohne Business!

Du bist ja immer noch da! Dann zeige, dass du genauso bekloppt bist wie ich und kommentiere diesen Artikel mit „Ich auch!“.

About the author
Ich bin Isabelle, Rosenkohlaussortiererin, Teilzeit-Dickkopf und Vollzeit-Freiberuflerin. Sport-Fan, Handy-Vernachlässigerin und Möchtegern-Hausinhaberin. Von süßen Katzenbabys und Wurst halte ich nicht viel, dafür umso mehr von digitalen Medien und Tonpulten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.