Zerstört meine Namensänderung meine Marke?

Alltag als Selbstständige

Eine Hochzeit ist in meinen Augen eines der tollsten und größten Ereignisse in einem Leben. Von heute auf morgen gehört man amtlich zu einem Menschen, möchte sein restliches Leben mit diesem verbringen und mit der Namensänderung Flagge zeigen. Doch so romantisch das ist, heute gibt es da doch so ein paar Gedanken, die sich meine Mutter und Großmutter überhaupt nicht stellten.

Gebe ich mich und meine Marke auf, wenn ich meinen Nachnamen ändere? Werde ich nicht mehr gefunden, wenn ich in Social Media jetzt meinen Namen ändere? Bin ich jetzt keine selbstbewusste, moderne Frau, weil ich Traditionen folge? Und bringt das alles mehr Verwirrung, als es einen Nutzen hat? Meiner Meinung nach nein. Es ist eine Umstellung. Für mich, für meine Geschäftspartner und auch für mein Branding. Aber davon geht die Welt nicht unter.

Ich finde es durchaus angebracht, sich vor der Hochzeit als Frau darüber Gedanken zu machen, ob man den Namen des Mannes annehmen will und Pro und Contra abzuwägen. Das ist ja auch ok, schließlich ist es eine freie Entscheidung und es gibt kein Gesetz, das uns zu einem neuen Nachnamen zwingt. Ich finde auch, dass man sich als Frau, die ein Unternehmen führt, das einen Namen trägt in dem der eigene Nachname vorkommt, sich noch intensiver Gedanken machen sollte, ob sie eine Namensänderung möchte.

Personal Branding über alles?

Die Frage, die jedoch jede Frau für sich beantworten muss, ist, welchen Stellenwert für sie eine Namensänderung einnimmt. Ist es ihr wichtiger, ihre Marke aufrecht zu erhalten, oder vielleicht etwas altmodischen Traditionen zu folgen, die heute gerne mal als unemanzipiert und unterwürfig abgestempelt werden?

Meine Entscheidung stand schnell fest.

Für mich bedeutet die Namensänderung nicht, dass ich meine bisherige Identität komplett abgebe, sondern dass ich eine Zugehörigkeit zu meinem Mann zeige. Auch wenn das vielleicht ein wenig altmodisch ist: Aber ich finde es schön, nicht nur verheiratet zu sein, sondern auch den selben Nachnamen zu tragen. Für mich besteht meine Identität aus meinem Vornamen und vor allem aus meiner Persönlichkeit in all ihren Facetten.

Mein Mädchenname ist ein Teil von mir und diesen wollte ich nicht unbedacht abgeben. Genauso ist mein neuer Nachname nun ein Teil von mir, der zwar noch ein wenig fremd ist, aber irgendwann so zu mir gehören wird, wie mein früherer Nachname. Und – gehen wir mal vom Besten aus – wird dieser neue Name mich längere Zeit meines Lebens begleiten als mein alter.

Namensänderung als neue Herausforderung

Nun, mit Fräulein i. und Frau Chefin habe ich von Anfang an bewusst Kunstnamen gewählt, ohne Namenszusatz. Ein Entschluss, der von Beginn an feststand, obwohl an eine Hochzeit noch nicht mal im Entferntesten zu denken war. Aber es war eine Überlegung für die Zukunft. Und hätte ich mich damals dennoch anders entschieden:

Warum nicht den eigenen Namenswechsel einfach mal als Herausforderung sehen? Oder als Chance, der eigenen Reputation eine leicht andere Richtung zu geben? Mit einer Namensänderung sind grundsätzlich nicht nur schlechte Dinge, sondern meiner Meinung nach auch viele Chancen verbunden, die man nutzen kann.

Ich bin eine Person, die viel in den Online-Medien unterwegs ist. Und ich berate selbstständige Frauen und kleine Unternehmen. Warum also nicht mal wieder für das eigene Unternehmen eine Herausforderung meistern und das eigene Branding überarbeiten?

Und sonst?

Klar gab es anfänglich ein paar Schwierigkeiten. Zum Beispiel ist es mir öfter passiert, dass ich mit meiner alten Unterschrift unterschrieben habe, mich mit meinem alten Namen am Telefon meldete und auf Rechnungen vergaß, den Namen zu ändern. Mittlerweile hat sich das aber eingependelt. Und da es in der Veranstaltungstechnik üblich ist, sich zu duzen, war das auch für meine Auftraggeber nur eine geringe Umstellung.

Worüber sich so mancher wunderte, war mein neuer Name bei Facebook. „Wer ist denn das? Eine Frau Bons kenne ich ja gar nicht!“. Aber auch da hat das Bild von unserer Hochzeit schnell aufgeklärt.

Wahrscheinlich hat eine Namensänderung in vielen Fällen eine weitreichendere Auswirkung auf das Unternehmen, als es bei mir der Fall gewesen wäre. Aber ich habe bei dieser Entscheidung Pro und Contra abgewogen, sowie mein Herz und mein Bauchgefühl zu Wort kommen lassen. Und was soll ich sagen? Auch wenn es noch einige Zeit dauern wird, bis mein neuer Nachname etabliert ist – Ich bleibe Fräulein i. und Frau Chefin und bin mit meiner Entscheidung 100%-ig zufrieden und glücklich.


Das war mein Beitrag zur Blogparade „Zerstört(e) mein Mädchentraum meine Marke?“ #markentraum. Leider war für viele von euch das Thema zu persönlich, weshalb die Beteiligung daran sehr gering ausfiel. Scheinbar ist eine Namensänderung heutzutage noch genauso ein Tabu-Thema, wie Geld und Sex 😉 Für meine nächste Blogparade werde ich dies auf jeden Fall bedenken 🙂

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Werde jetzt Teil der Frau-Chefin-Backstage-Crew und verpasse keine neuen Inhalte mehr!

4 Gedanken zu „Zerstört meine Namensänderung meine Marke?

  1. Tausend Dank für diesen fabelhaften Beitrag! Alle meine Sorgen und Gedanken zu diesem Thema hast du perfekt in Worte gefasst! Ich werde auch den Namen meines Zukünftigen annehmen, obwohl mir natürlich vor der Umstellung meiner gesamten Kommunikationsmittel und dem Verlust meiner Online-Historie graut – aber mir geht das Zusammengehörigkeits- und Familiengefühl über meinen Mädchennamen als Marke.
    Ich hoffe, ich werde die Namensänderung ebenso gut wie du kommunizieren können, wenn es dann soweit ist! 🙂

    1. Hallo Sarah,

      oh, das freut mich, dass ich da für dich den Nagel auf den Kopf getroffen habe! Und ich finde es auch richtig toll, dass du die Entscheidung für dich bereits so überzeugt getroffen hast. Ich bin gespannt, wie es bei dir mit der Kommunikation klappt. Ich drücke dir alle Daumen für einen reibungslosen Wechsel 🙂

      Liebe Grüße
      Isabelle

  2. Tausend Dank für diesen fabelhaften Beitrag! Alle meine Sorgen und Gedanken zu diesem Thema hast du perfekt in Worte gefasst! Ich werde auch den Namen meines Zukünftigen annehmen, obwohl mir natürlich vor der Umstellung meiner gesamten Kommunikationsmittel und dem Verlust meiner Online-Historie graut – aber mir geht das Zusammengehörigkeits- und Familiengefühl über meinen Mädchennamen als Marke.
    Ich hoffe, ich werde die Namensänderung ebenso gut wie du kommunizieren können, wenn es dann soweit ist! 🙂

    1. Hallo Sarah,

      oh, das freut mich, dass ich da für dich den Nagel auf den Kopf getroffen habe! Und ich finde es auch richtig toll, dass du die Entscheidung für dich bereits so überzeugt getroffen hast. Ich bin gespannt, wie es bei dir mit der Kommunikation klappt. Ich drücke dir alle Daumen für einen reibungslosen Wechsel 🙂

      Liebe Grüße
      Isabelle

Schreibe einen Kommentar