4 Tipps, wie du lernst mit Kritik gelassener umzugehen

4 Tipps, wie du lernst mit Kritik gelassener umzugehen

Früher oder später passiert es jeder von uns mal: Wir machen einen Job und es geht etwas schief. Und das bei der besten Vorbereitung. Als ob das nicht bereits schlimm genug wäre, beschwert sich dann auch noch der Auftraggeber. Damit du in Zukunft nicht in Selbstzweifel ertrinkst, verrate ich dir meine Tipps, wie du lernst mit Kritik gelassener umzugehen und wie du sie sogar als Chance sehen kannst.

Laut Wikipedia ist Kritik „die Beurteilung eines Gegenstandes oder einer Handlung anhand von Maßstäben“. Anders ausgedrückt: Kritik ist nichts anderes als eine Beanstandung oder Bemängelung an dir und deiner Arbeit.

Kritik wird immer dann an dir ausgeübt, wenn du etwas ablieferst, dass dem Kunden/Auftraggeber nicht gefällt. Sei es, dass es anders geplant war, technisch etwas nicht funktionierte, oder auch die Vorstellung eine andere war, als das, was du letztendlich umgesetzt hast.

Sätze wie: „Also, das habe ich mir ganz anders vorgestellt!“
„Das hatten wir anders vereinbart!“
„Machen Sie das nochmal neu!“
„Ich suche mir jetzt einen anderen, der das für mich macht!“

werden uns dann ins Gesicht geworfen.

Ganz schön doof. Denn das ist schließlich das Letzte, was wir als Selbstständige wollen.

Kritisiert werden will natürlich niemand. Am liebsten hätten wir es, wenn wir den ganzen Tag für unsere unglaublich tolle Arbeit, unseren Einsatz und unsere unfassbar tollen Ideen gelobt werden würden. Die bittere Realität sieht aber leider anders aus: Gelobt wird selten. Getadelt jedoch schnell. Bei uns im Schwabenland heißt es sogar: „Ned gebruddelt isch globt gnug!“ (Nicht gemeckert ist gelobt genug).

„Ich hab’s einfach nicht drauf“

Das war mein erster Gedanke, den ich damals hatte. Bei meinem ersten Mal, als ich in meiner Selbstständigkeit so richtig eins auf die Mütze bekommen habe.

Ich kann mich noch ziemlich gut daran erinnern: Es war in meinem ersten Jahr, irgendwann im Sommer. Ich war als Technikerin vor Ort, bei einer wichtigen Produktion mit Fernsehteam und allem drum und dran. Ich war dafür verantwortlich, mich sowohl um die Tontechnik als auch um die Kommunikationsanlage zu kümmern (so eine Höllenmaschine, mit Hilfe derer jeder mit jedem kommunizieren kann).

Normalerweise übernehmen zwei Leute diesen Job, ich wurde kurzerhand alleine drauf angesetzt, was – hätte man Zeit und Infos im Vorfeld gehabt – auch machbar gewesen wäre. Tja, jedenfalls passierte es irgendwann: Ich hatte einen Knoten im Hirn, meine Programmierung funktionierte nicht, wie sie sollte und so ein oberwichtiges Tier (irgendein Chef vom Chef vom Chef) stand ganz ungeduldig neben mir und lud dann mal kurzerhand seine komplette Frustration auf mir ab.

Dass ich gerade überfordert war, weil mein Hirn blöderweise ausgerechnet jetzt vor zig Aufgaben und Stress dicht machte, war schon ärgerlich genug. Dass ein ziemlich arroganter Mann mir in Sekunden klar machte, dass ich als Frau eigentlich hier nichts zu suchen habe und schon gar nicht als Technikerin, machte es auch nicht besser. Aber dass ich dann auch noch sämtliche Vorurteile bestätigte, dass man als Frau einfach kein Händchen für Technik hat, war ja wohl die Höhe! *Achtung, Sarkasmus*

Wie ich mich fühlte? Furchtbar natürlich! Innerlich schwankte ich zwischen einem filmreifen Tränenausbruch und einem Wutausbruch.

Irgendwie habe ich den Abend noch rumgebracht. Die Technik war dann auch auf meiner Seite und es hat alles funktioniert, wenn auch mit kleinen Abstrichen. Ein „Danke“ gab es selbstverständlich nicht und eine weitere Zusammenarbeit auch nicht. Aber ganz ehrlich? Ich hätte sie auch nicht gewollt.

Warum ich dir das jetzt erzählt habe? Weil eine Selbstständigkeit von Höhen und Tiefen lebt und ich der Meinung bin, dass viel zu oft nur von den positiven Erfahrungen berichtet wird. Klar, wer gibt auch schon gerne zu, im Business „versagt“ zu haben? Dennoch ist es ein Teil deiner Selbstständigkeit. Und leider kommt so ein Erlebnis nicht nur einmal vor…

Kritik ist die kleine Schwester deiner Selbstzweifel

Es gibt positive und negative Kritik. Es gibt berechtigte und unberechtigte Kritik. Und ja, es gibt auch Kritik, die einfach an dir abprallt und andere, die dir sehr zu Herzen geht, dich nachdenken lässt und bei der du dich über dich selbst ärgerst.

Warum habe ich daran nicht gedacht?
Warum habe ich nicht einmal mehr nachgefragt?
Warum habe ich nicht früher angefangen?
Warum?

Selbstzweifel machen sich breit, das ganze Elend der Welt lädt sich auf dir ab, die Taschentüchervorräte schwinden in beängstigendem Ausmaß und du drohst, an einer Schokoladenüberdosis zu kollabieren. Was bleibt, ist die Hoffnung, im nächsten Leben einfach Prinzessin zu werden.

Fakt ist, es ist absolut Banane darüber nachzudenken, warum du etwas nicht getan hast, dich über dich selbst zu ärgern und in Selbstmitleid zu versinken! Es ist passiert und du kannst leider nichts mehr daran ändern. Was du aber machen kannst, ist, daraus für die Zukunft zu lernen und beim nächsten Mal daran zu denken und es besser zu machen.

Wie du mit Kritik umgehen kannst

Sehe Kritik nicht als Angriff auf dich! Zweifle nicht an dir und deinem Können! Tatsache ist nämlich, dass du es nicht immer allen recht machen kannst. Was du stattdessen machen solltest, ist Kritik als Chance zu sehen, deine Arbeit in Zukunft noch besser zu machen. Und das kannst du auf mehrere Arten:

1. Höre genau zu!

Höre nicht nur hin. Versuche, dich in deinen Auftraggeber hineinzuversetzen, seinen Standpunkt zu verstehen. Hinterfrage von Anfang an, wenn dir etwas unklar ist. Frage lieber einmal zu viel, als zu wenig.

2. Hinterfrage die Kritik

Es gibt positive und negative Kritik. Es gibt berechtigte und unberechtigte Kritik. Es gibt Kritik, die uns weiterbringt und welche, die uns ausbremst. Die Frage ist, wie du die dir entgegengebrachte Kritik einstufst.

Kannst du darüber stehen? Oder würdest du am liebsten in Tränen ausbrechen?

3. Versinke nicht in Selbstzweifeln

Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, solltest du zumindest wissen, warum – und es vor dem Ertrinken retten. Also frage, womit dein Auftraggeber nicht zufrieden ist, biete Lösungen an, mache Vorschläge. Stecke nicht den Kopf in den Sand, sondern starte einen Gegenangriff.

4. Merke dir, was schief gelaufen ist und nutze die Kritik für die Zukunft

Ist dein Ärger erstmal verflogen und Gras über die Sache gewachsen, vergisst du Kritik auch gerne wieder. Schließlich soll sie dich nicht belasten – und negative Erfahrungen willst du zudem ganz ungern mit deiner Selbstständigkeit verbinden. Aber wie sollst du daran wachsen und daraus für die Zukunft lernen, wenn du das Erlebte „wieder vergisst“? Ganz einfach: Du schreibst es auf!

Ich habe damit nach meinen ersten Niederschlägen angefangen. Auf einem Blatt Papier sammle ich jetzt alle Kritikpunkte, die mir so im Laufe meiner Selbstständigkeit begegnet sind. Dann verschwinden sie in eine Schreibtischschublade. Immer, wenn ich einen Auftrag habe, bei dem ich ein ungutes Bauchgefühl habe und einfach enormes Potential für „das ist Geschmacksache“ herrscht, krame ich sie wieder aus und versuche sie so gut wie möglich von vornherein zu eliminieren.

Ich sehe die Kritik als Chance und kann damit weitaus besser schlafen. Solltest du auch mal probieren 😉

Dieser Artikel ist im Rahmen der Blogparade “Wann und wie bist Du als Unternehmer oder Selbstständiger am härtesten kritisiert worden – und wie bist Du damit umgegangen?“ von „Unternehmercoach“ entstanden. Dort gibt es natürlich noch viele weitere Erfahrungsberichte zum Thema.

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Ich bin Rosenkohlaussortiererin, Teilzeit-Dickkopf und Vollzeit-Freiberuflerin. Sport-Fan, Handy-Vernachlässigerin und Möchtegern-Hausinhaberin. Von süßen Katzenbabys und Wurst halte ich nicht viel, dafür umso mehr von digitalen Medien und Tonpulten.
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