mein erster Job als Mama

Mein erster Job als Mama – So war’s!

Etwas ratlos stehe ich mit meinem Tonkoffer vor dem fast rappelvollen Kofferraum meines Autos. Früher war darin Tonequipment, heute haben meine Notfallwindelausrüstung und der Kinderwagen ihren Platz gefunden. Es kommt mir vor, als sei mein letzter Job ewig her und gleichzeitig ist das Mamasein noch so neu. Doch wie ist es, wenn man als Mama eines Neugeborenen wieder arbeiten geht?

Ich gebe dem Löwenkind noch einen letzten Kuss, bevor ich mich auf den Weg zu meinem ersten Jobs als Mama mache. Noch kurz einen Blick in den Spiegel – habe ich irgendwo Babyspucke? – und dann mache ich auch schon die Türe zu.

Irgendwie ist die Situation seltsam: Einerseits freue ich mich riesig, endlich wieder Regler und Knöpfe bedienen zu dürfen, Bühnenluft zu schnuppern und etwas „aus meinem alten Leben“ wieder zu erwecken. Andererseits bleibt die Frage, ob ich nicht zu früh wieder arbeiten gehe, ich irgendetwas vom Löwenkind verpasse, oder die Nerven von Oma zu sehr strapaziert werden.

Es fällt mir nicht leicht, nachdem wir zwei Wochen 24 Stunden miteinander verbrachten, aber ich weiß, dass sie gut aufgehoben ist. Und – auch wenn das seltsam klingen mag – mein Ausflug in mein altes Leben fühlt sich ein bisschen an, wie ein kurzer Abstecher in Freiheit. Die kommenden Stunden gehören nur mir und der Arbeit. Ganz ohne weinen, Hunger besiegen, Windel wechseln und Kinderlieder vorsummen.

Und ja, irgendwie bin ich auch mächtig stolz, so früh wieder arbeiten zu können. Ich liebe meine Tochter über alles, aber ich kann genauso wenig ohne meinen Job als Tontechnikerin leben – zumindest bis jetzt.

Natürlich gibt es entsetzte Blicke

Und Sätze. Nicht nur von meinem Mann, sondern vorallem von anderen Müttern: „Nach zwei Wochen schon wieder arbeiten? Ist das nicht zu früh? Du weißt schon, die Hormone und so. Brauchst du nicht mal Zeit für dich? Wie wäre es mit Yoga, oder Pilates?“

Natürlich weiß ich, dass es nicht ohne Grund einen Mutterschutz gibt (auch wenn ich als Selbstständige rechtlich nicht dazu gehöre). Ich weiß auch, dass eine hormonelle Umstellung nicht zu unterschätzen ist. Und was Yoga und Pilates betreffen… lassen wir das lieber.

Tatsächlich habe ich in den vergangenen zwei Wochen festgestellt, dass ich um „Zeit für mich“ zu haben, kein neues Hobby brauche. Zeit für mich ist, Zeit für mein Business zu haben. Sei es am Blog zu arbeiten, oder als Fräulein i. Aufträge zu akquirieren. Für mich ist das meine Auszeit. Vielleicht liegt es daran, dass ich meine Selbstständigkeit liebe und in meinem Job unheimlich viel Spaß und Freude habe? Vielleicht liegt es daran, dass ich meine Arbeit nicht als Belastung empfinde?

Von der kleinen Auszeit

Einerseits verrückt – weil sich in den letzten Wochen so viel geändert hat – und anderseits wunderbar ist das Gefühl, irgendwie nie richtig weg gewesen zu sein. Es ist alles noch vertraut, ich bin durch die Löwenkind-Bespaßung nicht verblödet (ohne Witz, das wurde mir wirklich prophezeit) und ich habe auch nicht permanent den Drang Kinderbilder auf meinem Handy zu zeigen (auch, wenn ich die natürlich sehr stolz zeige, wenn ich gefragt werde 😉 ).

Ich bin jetzt da als Fräulein i. Als Unternehmerin. Und das zu 100 Prozent. Erst wenn ich ins Auto steige und nach Hause fahre, werde ich wieder zur Mama und tauche zu 100 Prozent in meine Parallelwelt ein.

Und ja, auch die Technik meint es heute gut mit mir, es gibt keine Probleme und knifflige Aufgaben bekomme ich schnell gelöst. Ich mache innerliche Luftsprünge, dass ich auch als Mama noch meinen Job kann (als ob man sowas so schnell verlernen würde).

Und was die Hormone betrifft…

…die schlagen dann doch einmal kurz zu, als ich seit sechs Wochen wieder ein Mischpult anfasse und die Video-Programmierungen am Laptop mache. Da kommen mir doch tatsächlich vor Glück und Freude die Tränen.

Ich kann nur sagen: Fräulein i. ist zurück!
Als leidenschaftliche Selbstständige und stolze Mama.

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Frau Chefin

Ich bin Rosenkohlaussortiererin, Teilzeit-Dickkopf und Vollzeit-Freiberuflerin. Sport-Fan, Handy-Vernachlässigerin und Möchtegern-Hausinhaberin. Von süßen Katzenbabys und Wurst halte ich nicht viel, dafür umso mehr von digitalen Medien und Tonpulten.
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Ein Gedanke zu „Mein erster Job als Mama – So war’s!

  1. Viktoria sagt:

    Liebe Isabelle, alles gute zum Geburt Deines Babys! Es ist nicht einfach. Einerseits möchte man beim Kleinen möglichst wenig verpassen, anderseits möchte man ergolgreich weiter im Beruf bzw. selbstständig bleiben. Das ist die Kunst diesen Spagat zu machen.

    Ich wünsche Dir und natürlich den anderen selbstständigen Mamis viel Freude mit den Kleinen und weiterhin erfolgreich zu bleiben 😊
    Beste Grüsse
    Viktoria

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