Die Qual der Wahl

Ja? Nein? Vielleicht? – Die Wahl der Qual

Wenn sich eine Frau nicht entscheiden kann

Manchmal frage ich mich: Warum ist es so schwer, sich zu entscheiden? Warum entscheiden wir uns so oft für das Falsche? Warum entscheiden wir uns trotz langer Überlegung plötzlich für etwas Anderes? Warum treffen wir manche Entscheidungen aus dem Bauch und andere aus dem Kopf? Warum fallen manche in Sekundenbruchteilen, andere nach Jahren? Warum haben wir so oft die Wahl der Qual – oder die Qual der Wahl?

Jeden Tag treffen wir Entscheidungen. Manche erweisen sich als richtig, andere als weniger klug. Nicht nur im Job, sondern nahezu überall kann eine falsche Entscheidung das ganze Leben beeinflussen.

Auch ich hatte mich entschieden. Ich habe lange darüber nachgedacht, Pro und Contra abgewogen, eine Liste geführt, verworfen, wieder angefangen. Die Konsequenzen durchdacht. Mir die Vorteile schön geredet, versucht, mich in meiner Entscheidung zu bestärken. Um meine vorläufige Entscheidung zu festigen, habe ich Freunde und die Familie befragt. Natürlich hatte jeder seine eigene Meinung dazu. Es half nichts. Das Grübeln, die Zweifel, die Angst vor einem Fehler, sie sind geblieben…

…und damit die Wahl der Qual.

So oder so ähnlich geht es mir fast jedes Mal, wenn ich etwas Großes in meinem Leben entscheiden muss. Sei es, den Mut aufzubringen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, diesen Blog zu starten, sich für eine Ehe zu entscheiden, für ein Kind, oder einfach dazu, wie lange ich in Elternzeit gehen will. All das sind große Entscheidungen, die ich mit viel Grübelei entschieden habe. Manche ganz schnell und selbstbewusst aus dem Bauch heraus, andere habe ich mit viel Vorlauf und Planung aus dem Kopf- oder Bauchgefühl entschieden.

Natürlich gibt es auch einige Entscheidungen in meinem Leben, die ich bereute, die trotz vielem Grübeln und Planen sich als falsch erwiesen. Oder einfach sich nicht so entwickelten, wie ich das dachte. Dazu gehören unter anderem die Wahl meines Studienfaches (auch wenn ich es nach wie vor liebe), oder auch meine Entscheidung, ein Jahr in einer Agentur zu arbeiten (was mir letztendlich die Sicherhet gab, dass ich mich selbstständig machte).

Ich bin mir sicher, du weißt mindestens eine Sache, die du falsch entschieden hat. Eine Sache, die vielleicht dein ganzes bisheriges Leben beeinflusst hat. Vielleicht war es etwas, was nach viel Ärger und Leid zu einem Happy-End geführt hat? Vielleicht hat sich die anfängliche Euphorie als spätere Katastrophe erwiesen? Könnten wir doch nur in die Zukunft sehen, dann wäre die Wahl der Qual leichter! Tränen? Herzweh? Schlechtes Gewissen?

Welche Qual ist deine Wahl?

Was ist aber, wenn das nicht so einfach ist? Wenn Nächte zu Tagen werden? Einem der Kopf vor lauter Grübeln wehtut? Auch Goethe wusste bereits, dass es in der Welt selten mit dem Entweder-Oder getan ist. Aber was hilft’s?

Entscheidungsunfähigkeit als Diagnose?

Gerade bei uns Frauen scheint die Entscheidungsunfähigkeit genetisch veranlagt zu sein. Also zumindest trifft das bei mir sehr oft zu. Oft überlege ich so lange, ob ich was wirklich haben will, bis ich es eigentlich nicht mehr will. Ich werde dafür immer belächelt, aber ich spare damit eine Menge Geld 😉 Ich rede mich dann immer mit schwäbischer Sparsamkeit heraus.

Vielleicht liegt es an unserer Multitasking-Fähigkeit und dem Resultat, dass wir uns nicht auf eine Sache richtig konzentrieren können? Vielleicht wollen wir uns gar nicht entscheiden, sondern alles haben? Vielleicht hat es etwas mit der Evolution und unserer Veranlagung als Sammlerin zu tun? Vielleicht, vielleicht, vielleicht…

Karl Kraus hat es richtig formuliert:

Ich habe mich entschieden. Auch wenn es lange gedauert hat. Ich habe weder den Kopf, noch den Bauch entscheiden lassen. Ich habe auf mein Herz gehört. Ich werde nicht dieses unglaublich leckere Sahnetörtchen essen, sondern meine Ablage machen. Und dann das Sahnetörtchen verspeisen 😉

Was machst du, wenn du dich mal nicht entscheiden kannst?
Wenn du die Qual der Wahl hast?

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Ich bin Rosenkohlaussortiererin, Teilzeit-Dickkopf und Vollzeit-Freiberuflerin. Sport-Fan, Handy-Vernachlässigerin und Möchtegern-Hausinhaberin. Von süßen Katzenbabys und Wurst halte ich nicht viel, dafür umso mehr von digitalen Medien und Tonpulten.
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