Nele Marike Eble Pralinenwahnsinn

Nele Marike Eble: Inhaberin der Pralinenmanufaktur „Pralinenwahnsinn“

Nele Marike Eble ist Mittdreißigerin, Wahl-Braunschweigerin, krimiverrückt und pralinenwahnsinnig und –verliebt. Beruflich kommt sie aus dem technischen Bereich – genauer gesagt aus der Informatik. Durch Neugierde hat sie ihre Leidenschaft für Pralinen entdeckt und sich dann vor knapp zwei Jahren mit „Pralinenwahnsinn“ selbstständig gemacht. Aktuell baut sie zu ihrer Pralinenschule eine Pralinenmanufaktur auf.

Pralinen sind etwas Wunderbares! Seit wann schwärmst du für die kleinen Leckereien? Und wie kam es dazu, dass du dich entschieden hast „Pralinenwahnsinn“ zu gründen?

Meine Leidenschaft für Pralinen habe ich vor ca. 5 ½ Jahren entdeckt. Pure Neugierde wurde zu einem festen Bestandteil in meinem Leben. Ich wollte eigentlich nur mal ausprobieren, wie man Pralinen herstellt… Zur Gründung von Pralinenwahnsinn, Anmeldung als Gewerbe, kam es vor gut zwei Jahren, als ich beschloss Pralinenkurse zu geben.

Davor war Pralinenwahnsinn nur ein Pralinenblog, den ich im November 2011 Jahren startete, weil ich nicht allzu viel über die Pralinenherstellung im Internet fand. Auf diesem teilte ich meine Liebe zu Pralinen und tue dies auch heute noch.

Was ist das Besondere von „Pralinenwahnsinn“? Was genau bietest du an?

Das Besondere an Pralinenwahnsinn ist mein Rundumpaket, bestehend aus Pralinenschule, Manufaktur, Blog und meiner Liebe zu den Pralinen. Ich stelle Pralinen im Highend-Bereich her, beliefere exklusive Events und gebe mein Wissen sehr gerne an Wissbegierige weiter.

In meiner Pralinenschule biete ich ganztägige Pralinenkurse mit ausgewählten, hochwertigen Zutaten an. Ob ich Anfänger, Fortgeschrittene, Sterneköche und deren Nachwuchs, Veganer, Hochallergiker, Junggesellinnenabschiede, Firmenfeiern, etc. in die Geheimnisse bester Schokolade und der Pralinenherstellung einweise, ist hierbei egal. Jeder ist willkommen und am Ende des Tages begeistert von den hochwertigen kleinen Köstlichkeiten, die man mit nach Hause nimmt. Alle genannten Gruppen waren bisher sehr zufrieden.

In meiner Pralinenmanufaktur stelle ich handgegossene Pralinen, handgeschöpfte Schokoladen, Trinkschokoladen, Schokoladenriegel sowie Schokoladenbrotaufstriche her. Ich statte exklusive Events, Messen, Firmenfeiern und Hochzeitsfeiern mit hochwertigen Pralinen und Schokoladen aus. Gerne darf hier die Auswahl der Pralinen den Bereich des ganz Klassischen verlassen. Essige und verschiedene Pfeffersorten passen wunderbar zu Schokolade, aber auch Käse lässt sich gut mit Schokolade kombinieren.

Auf meinem Pralinenblog findet man als Service Rezepte, Tipps und Tricks sowie Buchempfehlungen rund um die Pralinenherstellung.

Pralinenwahnsinn

Nele Marike beim Pralinengießen.

Die Pralinenküche deiner Pralinenschule ist im Erdgeschoss deines Wohnhauses. Du genießt den Vorteil der kurzen Wege. Ist es für dich dadurch schwierig, Privates und Berufliches zu trennen? Und wie schaffst du es, dem leckeren Duft der Pralinen zu entkommen, ohne ständig zu naschen?

Ich beginne mal mit der Nachfrage des Naschens. Wenn man ständig mit dem wunderbaren Material Schokolade arbeitet, ist das Bedürfnis ständig zu naschen nicht mehr da. Ja, ich liebe es Pralinen zu essen, aber dies mache ich in ruhigen Momenten mit einem guten Buch in der Hand oder zu einem passenden Rum. Während der Produktion höre ich lieber kulinarische Krimis.

Der sehr kurze Weg ist ein absoluter Luxus. Aber privat und beruflich verschwimmen schon sehr stark. Ich habe z. B. kein klassisches Wochenende mehr und sitze abends öfter am Rechner oder stehe in der Pralinenküche. Aus diesem Grund habe ich die Stundenzahl in meinem Hauptjob von einer 5-Tage- auf eine 4-Tage-Woche gekürzt. So kann ich mich freitags um den Blog, neue Rezepte, Angebote und Co. kümmern. Sonntags versuche ich mir frei zu halten, was aber nicht immer klappt.

Bislang schaffe ich es, noch die Waage zu halten, aber ich muss hier aufpassen. Meine Selbständigkeit fühlt sich nicht als Arbeit und Belastung an, auch wenn ich viele Stunden investiere. Ich habe sehr große Freude an der Pralinenherstellung und dem Drumherum.

Pralinenwahnsinn

Deine Pralinenkurse sind heiß begehrt und so mancher Pralinenbegeisterte verirrt sich sogar aus dem Ausland zu dir. Wie machst du Werbung für deine Pralinenschule?

Bislang mache ich keine klassische Werbung. Ich betreibe seit über fünf Jahren meinen Pralinenblog, eine zugehörige Facebookseite, nutze Instagram und habe vor vier Jahren die Facebook-Gruppe Pralinen-Schnack gegründet. Zudem versuche jährlich beim Schokoladen-Gourmet-Festival in Hannover als Ausstellerin teilzunehmen.

Es gibt Blog-Interviews und zwei Zeitungsartikel über mich und mein schokoladiges Unternehmen. Mein Werdegang ist hierbei vielleicht für die eine oder den anderen mit ausschlaggebend, warum man meine Kurse besucht. Ich bin Quereinsteigerin und kenne alle Fallen, in die man als Pralinenneuling reinlaufen kann.

Bislang war Pralinenwahnsinn ja nur eine Pralinenschule, als Manufaktur muss ich mich nun komplett neu auf dem Markt platzieren und es wird die eine oder andere Werbung für mich und meine Pralinen geben, z.B. auf der Gastrovision in Hamburg im März 2017.

Was ist für dich das Besondere, Spannende und Interessante an der Pralinenherstellung?

Die kreativen Möglichkeiten, die ich mit dem Material Schokolade habe. Es entstehen feine, kleine optische Kunstwerke, die auch noch geschmacklich umwerfend sind und jedem ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Pralinenwahnsinn

Was für mich nach einem Vollzeit-Job klingt, ist für dich nur eine Nebenbeschäftigung. Hauptberuflich bist du als Technikerin für Informatik tätig. Wie lassen sich deine beiden Leidenschaften (die Pralinenschule und Informatik) verbinden? Was kannst du von einem Beruf in den anderen mitnehmen?

Im Informatikbereich liegt mein Schwerpunkt im Projektbereich der Datenbanken. Ich programmiere also nicht, sondern kümmerte und kümmere mich um die Belange der Kunden bzw. der Kollegen. Aus Gedanken und Ideen werden Pläne, werden Produkte (Datenbanken oder Konzepte). Organisiertes und strukturiertes Denken und Handeln ist gefragt. Und hier haben mein Hauptjob und meine Selbständigkeit viel mehr gemeinsam als man vermuten mag.

In der Pralinenherstellung ist der Weg der gleiche: Gedanke/Idee wird Plan, wird Praline, also Produkt. Ohne gründliche Planung, in diesem Falle die Rezeptentwicklung und die Herstellung, kann keine gute Praline entstehen. Auch hier muss ich organisiert und strukturiert vorgehen. Nur das Endprodukt ist sinnlicher und schöner.

Pralinenwahnsinn

Die Pralinenkurse ihrer Pralinenschule sind heiß begehrt.

Seit einigen Wochen darfst du nicht nur lehren Pralinen herzustellen, sondern auch verkaufen. Ein Privileg, das normalerweise nur Konditormeister haben. Welche Hürden musstest du meistern, um nun deine Produkte verkaufen zu dürfen?

Isabelle, erst einmal Danke, dass Du gleich mit erwähnst, dass der Verkauf von Pralinen und Schokoladenprodukten nur Konditormeistern vorbehalten ist. Das gilt übrigens nicht nur für Pralinen und Schokoladen, sondern auch für Cupcakes, Cake-Pops, Kuchen im Glas, Motivtorten und Co.! All diese Produkte sind durch das Konditorhandwerk geschützt.

Man hat als Quereinsteigerin die Möglichkeit einen Antrag auf Ausnahmebewilligung nach HwO §8 bei der eigenen Handwerkskammer (HWK) zu stellen. Da ich sehr oft gefragt werde, wie man das macht und womit man noch alles zu rechnen hat, habe ich hierzu auf Pralinenwahnsinn einen ausführlichen Artikel geschrieben. Daher hier nur kurz:

Ich musste einen Antrag auf Ausnahmebewilligung bei der HWK inkl. Eignungsnachweise und „Lebenslauf“ einreichen. Die Konditorinnung prüft diesen Antrag und es wird entschieden, ob noch ein praktischer und theoretischer Eignungsnachweis vor der Konditorinnung erbracht werden muss. Hiernach fällt dann die Entscheidung ja/nein bei der HWK.

Ist die Entscheidung positiv, wird man in die Handwerksrolle eingetragen und erst dann ist man befähigt seine Produkte zu verkaufen. Man zahlt hier übrigens monatliche Mitgliedsbeiträge. Eine Gewerbeanmeldung für den Verkauf ist notwendig. Das Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen prüft die Produktionsstätte und die Zutatenliste. Ist dies alles gegeben und in Ordnung, kann man mit der Produktion und Verkauf starten.

Die Hürden klingen jetzt vielleicht höher, als sie sind. Man braucht Geduld und muss bereit sein, die anfallenden Kosten zu tragen. Aber ich habe in den zwei Jahren, die ich brauchte, nur freundliche und sehr hilfsbereite Behördenmitarbeiter erlebt. Danke hierfür an die Mitarbeiter der Stadt Braunschweig und der HWK.

Pralinenwahnsinn

Die Pralinenformen werden handgegossen und gefüllt.

Damit wir bald unsere Pralinengelüste von zuhause aus stillen können, bastelst du im Hintergrund fleißig an einem Online-Shop. Wann soll dieser online gehen?

Der Onlineshop wird aktuell technisch aufgebaut. Hier unterstützt mich mein Mann nach Kräften und programmiert mir diesen. Parallel stelle ich das schokoladige Sortiment zusammen. Es ist geplant, dass der Onlineshop spätestens Anfang/Mitte März 2017 online geht.

Wo siehst du für dich und dein Business das größte Entwicklungspotenzial?

Mein Fokus liegt auf Firmenkunden und die Ausstattung von kulinarischen und exklusiven Events. Die Pralinenschule wird es aber in der jetzigen Form natürlich weiter geben. Hiermit fing alles an und ich habe sehr viel Freude an den wöchentlichen Pralinenkurses mit durchweg netten Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Du hast eine Pralinenschule, baust „Pralinenwahnsinn“ zur Pralinenmanufaktur aus und bastelst an einem Online-Shop. Für mich klingt das, als ob deine Nebenbeschäftigung immer mehr zur Hauptbeschäftigung wird. Möchtest du irgendwann „umsatteln“ und Vollzeit-Selbstständige sein?

Aktuell funktioniert alles soweit, weil ich im Hintergrund noch eine kaufmännische Assistenz auf 450€-Basis eingestellt habe, die mir die komplette Buchhaltung und viel Organisatorisches abnimmt. So kann ich mich um die Akquise von Neukunden und Entwicklung und Herstellung der Pralinen kümmern. In die Vollzeit-Selbständigkeit wechseln zu können, ist das langfristige Ziel. Ich schaue aber einfach mal, wie sich alles so entwickelt.

Pralinenwahnsinn

Das ist nur eine Auswahl von unzähligen leckeren Pralinensorten.

Wenn du dein Business in drei Worten zusammenfassen müsstest, welche wären das?

Aufstrebend, exklusiv, liebevoll

Verrate uns doch mal: Was ist dein Traum? Was dein nächstes Ziel?

Ich möchte in diesem Jahr den Onlineshop für Endkunden aufbauen und auf dem Markt platzieren sowie einen kleinen festen Händler- und Business-Kundenstamm aufbauen.

Was möchtest du anderen Gründerinnen und selbstständigen Frauen gerne mit auf den Weg geben?

Traut Euch, aber informiert Euch gut und lasst es langsam angehen. Ins kalte Wasser springen und los zu schwimmen mag vielleicht ab und an funktionieren, aber es schläft sich besser, wenn noch gewisse Sicherheiten vorhanden sind.

Mittlerweile gibt es mehrere gute Netzwerke und Internetseiten zur Selbständigkeit, die weiterhelfen und mit denen man sich austauschen kann. Das hat mir vor zwei Jahren bei meiner Gründung gefehlt.

Ach ja, nennt Euch bitte nicht she-entrepreneur, mompreneur und Co. Wir sind alle, wie die männlichen Kollegen auch, Gründer mit viel Energie und Leidenschaft für die Sache. Wir müssen nicht zwingend unser Geschlecht in den Vordergrund rücken sondern unser Können. Und davon haben wir ja viel. Wir brauchen keine gesonderten Bezeichnungen für unsere Selbständigkeit. Es ist schon schlimm genug, dass es eigene Bildsammlungen in pastelligen Farben extra für weibliche Business-Websites gibt. 😉

Ich danke dir für diesen tollen EInblick in Pralinenwahnsinn!

Neugierig geworden? Weitere Informationen zu Nele und ihrem Business findest du hier:

Neles Webseite von Pralinenwahnsinn.

Nele Marike auf Facebook, Twitter und Instagram

Fotos: Franzi Schädel

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Ich bin Rosenkohlaussortiererin, Teilzeit-Dickkopf und Vollzeit-Freiberuflerin. Sport-Fan, Handy-Vernachlässigerin und Möchtegern-Hausinhaberin. Von süßen Katzenbabys und Wurst halte ich nicht viel, dafür umso mehr von digitalen Medien und Tonpulten.
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