Freelancing heißt nicht Freiheit

Warum Freelancing nicht Freiheit bedeutet

Ein Punkt, der viele Menschen in die Selbstständigkeit zieht, ist der Wunsch nach Freiheit. Verständlich, denn wer möchte nicht gerne frei sein? Auch bei mir war das so. Doch schnell kam die Erkenntnis: Freelancing ist nicht gleichbedeutend mit Freiheit.

Der Freelancer, Freiberufler, Freischaffende, Freie Mitarbeiter, oder wie man ihn auch nennen mag, ist das Einhorn der modernen Arbeitswelt. Dabei verspricht der Status des Freelancers so einiges: Grenzenlose Freiheit, nie wieder 9-to-5 im Büro abhängen, nie wieder Anweisungen vom nervenden Chef ausführen müssen. Endlich die eigene Chefin sein, selbst bestimmen, was man wann wie macht, sich nichts vorschreiben lassen und schon gar nicht von jemandem abhängig sein.

Morgens erstmal ausschlafen und nebenbei all das machen, wovon man schon seit Jahren träumt und immer wieder aufgeschoben hat. Und überhaupt: Als Freelancer braucht man eh keine Dinge machen, zu denen man keine Lust hat. Man macht einfach was einem Spaß macht, wo, wann und wie lange man will. Und das alles nur im Schlabber-Look – also maximal. Eine traumhafte Vorstellung. Ich habe keine Ahnung, warum das nicht alle so machen, ehrlich.

Und jetzt meine Frage an dich: Wann hast du zum letzen Mal ein Einhorn gesehen?

Merkst du was? Sorry, aber der Mythos vom freien Freelancer ist Quatsch. Peng, Traum zerplatzt.

Leider sieht das ungeschminkte Leben als Freelancer ganz anders aus. Anders, als Außenstehende es sich denken und anders, als wir uns das als frischgebackene Selbstständige oftmals vorstellen. Natürlich gibt es auch unschlagbare Vorteile, sonst wären wir alle ja ganz schön bekloppt, aber dazu ein ander Mal mehr. In diesem Artikel möchte ich dir erstmal die Augen öffnen und dich für die Dinge sensibilisieren, von denen sonst kaum jemand spricht.

Warum du als Freelancerin nicht frei bist:
  • Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, du bist leider in den allermeisten Fällen auch als Freelancerin an die Arbeitszeiten der Kunden bzw. Auftraggeber gebunden. Seien es Veranstaltungszeiten, Öffnungszeiten, Bürozeiten, Arbeitszeiten, Wochentage. Es gibt leider nur wenige, die das Glück haben, komplett unabhängig zu sein – vielleicht als (Lebens-)Künstlerin.
  • Es ist leider wahr: Auch als Freelancer hat man Chefs und Kollegen. Wie jetzt? Ja, das ist leider wahr. Auch wenn das in der Regel nur auf Zeit ist. In meinem Fall kommt es zum Beispiel äußerst selten vor, dass ich eine Veranstaltung alleine betreue.
    Mein Auftraggeber ist zugleich mein Chef und bucht mich als Subunternehmerin, wodurch wir für einen, oder auch mehrere Tage zu Kollegen werden. Genauso ist es auch im Online-Marketing. Auch da arbeite ich in der Regel mit weiteren Freelancern zusammen und immer der, der den anderen “dazubucht”, ist automatisch Chef. An dieser Stelle muss ich allerdings einräumen, dass ich bisher wahnsinnig viel Glück mit meinen Chefs und Kollegen hatte und wir immer ein tolles Team mit flachen Hierarchien haben. Allerdings gibt es auch hin und wieder Ausnahmen, bei denen ich heilfroh bin, wenn der Job schnell vorbei ist.
  • Ab sofort arbeite ich nur noch im Schlabberlook! Oder doch nicht? Ein schöner Mythos, der sich wacker hält. Leider funktioniert auch das in den seltensten Fällen. Denn: Wenn ein Job außer Haus ist, musst du dich sowieso umziehen. Hast du Öffnungszeiten, oder kannst jederzeit mit einem Kundenbesuch rechnen, geht Schlabberlook auch nicht. Sitzt du als Eigenbrödler inkognito am Schreibtisch in deinem Homeoffice, dann wäre das zwar durchaus möglich, aber auf Dauer nicht unbedingt zuträglich für deine Arbeitsmoral. Warum? Ganz einfach: Jogginghose und T-Shirt signalisieren deinem Gehirn “Hey, Freizeitphase!”. Ziehst du dich hingegen an, als ob du das Haus verlässen würdest, meldest du dich bereit für den Arbeitsmodus. Mache mal den Test…
  • Ein Schrott-Auftrag ist und bleibt ein Schrott-Auftrag. Egal, ob du festangestellt bist, als Freelancer in einer Strandhütte auf Bali sitzt, oder in deinem Homeoffice werkelst. Und ja, leider merkst du nicht immer sofort, ob du gerade einen Schrott-Auftrag angeboten bekommen hast. In vielen Fällen entwickelt sich ein Auftrag erst zu einem und oftmals ist es dann bereits zu spät, einen Rückzieher zu machen. Und dann kommt da auch noch die Sache mit der Unsicherheit und dem Geld… Dazu gibt’s an anderer Stelle mehr.
Freelancing hat leider wenig mit Freiheit zu tun

Sobald du selbstständig bist und als Freelancerin arbeitest, wirst du schnell merken, dass Freelancing nicht viel mit Freiheit zu tun hat. Als Unternehmerin, in welcher Form auch immer, ist man grundsätzlich ein Stück weit gebunden und damit abhängig. Seien es Abgabetermine, Auftraggeber, Jahreszeiten, Tageszeiten, Produktnachfragen, Subunternehmer und und und.

Bestimmt denkst du jetzt: Ok, ok, es gibt keine Einhörner. Und irgendwie ist das jetzt doch nicht mehr so attraktiv für mich. Warum also das Ganze? Warum machen das so viele Menschen?

Weil du für dich selbst arbeitest! Du entscheidest, welche Aufträge du annimmst, wann es zu viel wird und an welchem Tag du frei haben willst. Du machst etwas, bei dem du dich ganz alleine stolz machen kannst. Und du arbeitest für deine persönlichen Ziele und nicht für die eines anderen.

Und ich freue mich darauf, gemeinsam mit dir diesen Weg zu gehen. Welche Erfahrungen hast du als Freelancerin in Bezug auf Freiheit gemacht?

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Frau Chefin

Ich bin Rosenkohlaussortiererin, Teilzeit-Dickkopf und Vollzeit-Freiberuflerin. Sport-Fan, Handy-Vernachlässigerin und Möchtegern-Hausinhaberin. Von süßen Katzenbabys und Wurst halte ich nicht viel, dafür umso mehr von digitalen Medien und Tonpulten.
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2 Gedanken zu “Warum Freelancing nicht Freiheit bedeutet

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