Worauf du bei einer Zusammenarbeit achten solltest

Worauf du bei einer Zusammenarbeit achten solltest

“Sorry, aber das wird nix mit uns!” Diesen vermeintlich altbackenen Spruch musste ich gestern sagen. Es tat mir leid. Ich wusste, dass ich ihn damit enttäuschte. Aber es half alles nichts. An eine erfolgreiche Zusammenarbeit war nicht mehr zu denken.

Eigentlich ist es schön, wenn man als Einzelkämpferin mit anderen Menschen zusammenarbeitet. Man tümpelt nicht in irgendeinem kleinen, aber feinen Büro vor sich hin und versucht dabei krampfhaft die Welt zu retten. Eigentlich ist es toll, wenn man ein Projekt an Land gezogen hat und einen Teil der Arbeit abgeben kann und will. Eigentlich.

Das Problem ist leider, dass nicht jede Zusammenarbeit funktioniert.

Wenn ich mit jemandem zusammenarbeite, erwarte ich drei grundlegende Dinge:

  • Zuverlässigkeit
  • Erreichbarkeit
  • und Professionalität.

Leider scheinen manche Freelancer einen oder sogar mehrere dieser Punkte nicht als wichtig anzusehen. So ging es mir. Ich betreute ein Homepage-Projekt für einen wichtigen Kunden. Da meine Fähigkeiten in Sachen Programmierung bei weitem nicht ausreichten, holte ich rasch einen Bekannten, der Informatiker ist, mit ins Boot. Ich dachte, damit wäre die Sache in trockenen Tüchern. Im Grunde fing damit der Ärger erst an.

Ich habe einen Anfängerfehler gemacht.

Ich habe einen Bekannten für die Zusammenarbeit ausgewählt und blind darauf vertraut, dass alles klappen würde. Wie immer. Was ich allerdings in meiner Euphorie nicht bedachte, war, dass damit die Basis für eine professionelle Zusammenarbeit ins Schwanken geriet.

Wochenlang telefonierte ich ihm hinterher, schrieb unzählige Mails, machte Druck, bombadierte ihn mit Nachrichten bei Facebook, Whats app und per SMS. Wenn ich eine Antwort bekam, dann meistens eine Woche später und selten auf meine Fragen. “Sorry, meine Freundin ist gerade bei mir eingezogen”. “Sorry, ich war krank”. “Sorry, ich hatte viel zu tun”. “Sorry, ich war zwei Wochen in Urlaub”.

Kann man sowas denn nicht vorher sagen???

Für mich war die Zusammenarbeit so gut wie beendet. Wenn da nicht dieser Abhängigkeitsfaktor wäre. Ich war auf seine Fähigkeiten angewiesen. Jetzt noch jemand anderes ins Boot holen? Schwierig. Einen Vertrag hatte ich natürlich nicht abgeschlossen. Ich war einfach zu blauäugig. Aber man lernt schließlich aus Fehlern – und du kannst aus meinen lernen.

Worauf du bei einer Zusammenarbeit achten solltest:

  • Habe nicht zu viel Vertrauen in deine künftigen Arbeitspartner. Gerade wenn es Freunde oder Bekannte sind. Da geht schnell die Professionalität verloren.
  • Lege eine Deadline fest, die ein bis zwei Wochen vor dem eigentlichen Abgabetermin liegt. Dann vermeidest du Verzögerungen und hast noch genügend Luft, um Verbesserungen vorzunehmen und gegebenenfalls einen Rettungsschirm aufzuspannen.
  • Halte alles schriftlich fest! Beschreibe in deinem Angebot genau, was gemacht werden muss, wann welche Fristen einzuhalten sind und welches Budget zur Verfügung steht. So beugst du unangenehmen Überraschungen vor.
  • Checke vorher ab, wie die Auftragslage bei deinem Arbeitspartner ist. Wenn bereits viele Aufträge vorliegen, lieber die Finger davon lassen und jemand anderes suchen. Sonst kann es passieren, dass dein Projekt immer als Priorität C angesehen wird.
  • Halte alle Arbeitsschritte in einem detaillierten Plan fest! Was genau muss gemacht werden? Was sind die Anforderungen? Was sind die Ziele? Was muss bis wann fertig sein? Wer kümmert sich um was? Dann kann kontinuierlich eine Leistungsüberprüfung stattfinden und jeder behält den Überblick.
  • Halte deinen Kunden auf dem Laufenden! Das betrifft nicht nur ein regelmäßiges Update zum Stand des Projektes, sondern auch Hinweise, wenn es Probleme gibt. Wenn dein Arbeitskollege unerwartet für zwei Wochen ausfällt, dann sollte das dein Kunde wissen. Vielleicht könnt ihr gemeinsam eine Lösung finden.
  • Spiele von Anfang an mit offenen Karten! Du musst nicht alles selbst machen, oder können. Wenn du bestimmte Bereiche des Projektes auslagerst, dann fährst du definitiv besser damit, wenn dein Auftraggeber darüber von Anfang an informiert ist. Sollte es genau in diesem Bereich Probleme geben, musst du dich zwar umgehend darum kümmern, aber du wirst als Unternehmerin (vorerst) nicht in Frage gestellt.
  • Habe jemanden als Backup in der Hinterhand. Sollte aus irgendeinem Grund ein Auftragspartner wegbrechen, solltest du schnell jemanden wissen, der für ihn einspringen kann.
  • Halte am Besten alle wichtigen Punkte vertraglich fest. Dann bist du im Zweifelsfall auf der sicheren Seite. Vor allem, wenn es um viel Geld geht.

Hast du schon mit anderen Selbstständigen und Freelancern zusammengearbeitet? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Ich bin gespannt, welche Erfahrungen du gemacht hast :-)

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Ich bin Rosenkohlaussortiererin, Teilzeit-Dickkopf und Vollzeit-Freiberuflerin. Sport-Fan, Handy-Vernachlässigerin und Möchtegern-Hausinhaberin. Von süßen Katzenbabys und Wurst halte ich nicht viel, dafür umso mehr von digitalen Medien und Tonpulten.
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