Mut zur Lücke! Miss Perfect war gestern.

Ab jetzt: Mut zur Lücke!

Miss Perfect war gestern.

Gerade wir Frauen scheinen den Anspruch zu haben, dass alles perfekt und effizient sein muss. Und ohne uns läuft das System ja mal gar nicht! Denken wir zumindest. Manchmal tut es aber auch gut, einfach locker zu lassen und Mut zur Lücke zu zeigen.

Wir würden gerne unsere Arbeit zu einem fulminanten Abschluss bringen, das letzte aus dem Auftrag rausholen und danach gefeiert werden, wie die Königinnen. Aber für unsere selbstauferlegte Perfektion zahlen nur wenige Auftraggeber. Daher gilt leider oft: Es muss schnell gehen und trotzdem so wirken, als hätten wir mal wieder das Unmögliche möglich gemacht.

Wir haben nunmal nicht stundenlang Zeit, um den Text zu perfektionieren, das Design bis ins letzte Detail zu vollenden, ein Kabelchaos zu einem wunderschönen Geflecht zu bündeln, oder womöglich Karotten in umwerfende Blumen zu schneiden. Das wissen wir und sollten unsere Auftraggeber je nach Preislage auch wissen.

Dennoch machen sich immer wieder diese fiesen Gedanken breit: Ist das gut genug? Fallen die kleinen Mängel dem Kunden auf? Haben wir auch mit weniger Perfektion Erfolg?

Ich sage ja! Hab Mut zur Lücke!

Meine Erfahrung ist, dass den meisten Kunden gar nicht auffällt, was für mich nicht perfekt ist. Ebenso hat mich die Selbstständigkeit gelehrt, dass ich oftmals viel zu viel Zeit in das perfekte Ergebnis investiert habe und es dafür in den allermeisten Fällen keinem auffällt und es erst recht kein “Oooh, aaah, wie toll!” gibt. Im schlimmsten Fall wird genau der Teil aus dem Projekt gestrichen.

Natürlich sollst du nicht von Anfang an ein unperfektes Ergebnis anstreben und nur mit 50% Liebe dabei sein! Ich will damit sagen: Sollte doch mal einem Auftraggeber das Tüpfelchen an Perfektion fehlen, dass du bewusst weggelassen hast, dann kannst du das immer noch verbessern – und dann alle damit beeindrucken.

Glaube mir, ich habe schon so viel Arbeit in die Tonne geworfen, dass ich es leid bin. Ich denke, das geht vielen Textern, Designern und Kreativen allgemein so. Wenn’s dem Kunden nicht gefällt, dann gefällt’s nicht und interessiert nunmal auch nicht, wie viel Zeit und Herzblut du bereits in das Projekt, oder die Aufgabe investiert hast.

Ich halte es daher so: Ich investiere so viel Liebe und Herzblut in eine Aufgabe, dass ich mit dem Ergebnis ein gutes Gewissen habe und zufrieden sein kann. Sollten am Ende noch Stunden in meiner Kalkulation übrig sein, dann kann ich das Ergebnis immer noch verbessern. Dadurch gewinne ich doppelt: Zum Einen bin ich zufrieden mit meinem Ergebnis und zum Anderen fühlt sich der Kunde gut betreut. Generell gilt dabei aber: Lücken gibt es immer. Kein Projekt konnte bisher so perfekt zu Ende geführt werden, wie ich es gerne gewollt hätte. Entweder lag es am Budget, oder an der Zeit.

Deshalb: Hab Mut zur Lücke!

Aber nicht nur bei deiner Arbeit, sondern auch in deiner Rolle als Selbstständige solltest du Mut zur Lücke zeigen. Ich habe noch niemanden getroffen, der auf überperfekte Frauen-Funktions-Roboter steht. Es macht dich natürlicher und charmanter, wenn nicht alles an dir perfekt ist.

Hab ruhig den Mut dazu, anders zu sein als all die Anderen.
Kleine Schwächen machen menschlich.

Man kann nicht alles können, nicht alles wissen und nicht alles perfekt machen. Wir Frauen müssen auch nicht perfekt aussehen, perfekt im Job sein, oder die perfekte Lebenspartnerin sein, um ein erfülltes Leben zu haben. Wäre auch ganz schön langweilig, so eine “kinderlegende Wollmilchsau”. Wie schön ist es doch, Zuhause in Jogginghose rumzulaufen, oder auch mal mit verdreckten Arbeitsklamotten einkaufen zu gehen.

Natürlich ist es wichtig, dass wir in unserem Business entsprechend auftreten, aber es kann nunmal auch passieren, dass man einen Kaffeefleck auf dem Shirt hat, oder ein Knopf abgefallen ist. Na und? Sollte der Blick deines Gegenübers darauf fallen, kannst du das immer noch mit einer schönen Geschichte charmant überspielen.

Übrigens: Man kann auch über Schwächen gemeinsam lachen. Ich habe zum Beispiel eine Schwäche für saure Gummibärchen… 😉

Über eines solltest du dir im Klaren sein:

Das Leben ist nicht perfekt, wir sind es nicht und unsere Jobs in der Regel auch nicht.

Frau Chefin
Folge mir:

Frau Chefin

Ich bin Rosenkohlaussortiererin, Teilzeit-Dickkopf und Vollzeit-Freiberuflerin. Sport-Fan, Handy-Vernachlässigerin und Möchtegern-Hausinhaberin. Von süßen Katzenbabys und Wurst halte ich nicht viel, dafür umso mehr von digitalen Medien und Tonpulten.
Frau Chefin
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5 Gedanken zu “Ab jetzt: Mut zur Lücke!

  1. Aktiv mit Kindern schreibt:

    Oh, das sind ja mal wahre Worte! Mut zur Lücke ist manchmal gar nicht schlecht. Und dies gilt ja auch irgendwie für alle Bereiche des Lebens. Und um ehrlich zu sein: Das Gegenüber wird es ganz sicher nicht einmal merken, wenn es mal nur 95% sind …
    Liebe Grüße, Lisa

  2. Vika schreibt:

    Ah, du sprichst mir auch quasi von der Seele. Ich bastele auch an manchen Sachen rum, und es MUSS 100% sein, und ich bin dennoch nie richtig zufrieden. Es ist so schwer und doch so einfach los zu lassen 😉
    Daheim laufe ich auch… *hust* …das will ja auch keiner wissen 😉

    Liebe Grüsse

    Vika

  3. FashionqueensDiary schreibt:

    Uhuuuu…das sagt sich so leicht 😀 Ich selbst bin jemand, der es immer perfekt machen möchte, ist einfach mein eigener Anspruch an mich selbst. Bedeutet zwar manchmal auch selbst gemachten Stress, aber letztendlich zählt das Ergebnis für die Arbeit die man abliefert und bisher hat sich noch keiner beschwert – also ist das mit dem selbstauferlegten Perfektionismus nicht immer so verkehrt 😉
    Und letztendlich muss man sich ja wohlfühlen – und das tue ich gerade in meinem bequemen Jumpsuit, mit dem ich niemals zum Einkaufen gehen würde 😀

    LF

    • Frau Chefin schreibt:

      Ich möchte auch am liebsten alles immer perfekt machen, aber dabei habe ich gemerkt, dass es nunmal Grenzen geben sollte. Natürlich beschwert sich kein Auftraggeber über ein perfektes Ergebnis 😉 Aber hin und wieder sollte man selbst darüber nachdenken, ob man es nicht übertreibt mit dem eigenen Anspruch.

      Der Wohlfühl-Faktor eines Jumpsuit ist unbezahlbar! Habe auch einen, mit dem ich allerdings – wie du – niemals aus dem Haus gehen würde und schon gar nicht zum Einkaufen 😀

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